Stürmische Partylaune

Die Umzüge fielen nahezu überall ins Wasser, aber davon ließen sich die Jecken nicht den Spaß verderben. In Roden, Lebach, Diefflen und Kerlingen gab es zum Höhepunkt der Fastnacht kein Halten mehr.

Mit einer ersten Polonaise im Gasthaus Ehl stimmten sich die Kerlinger Faasendfreunde auf einen Faasend-Dienstag ohne Umzug ein. Foto: Johannes A. Bodwing. Foto: Johannes A. Bodwing
Emma Kuhn, Rosemarie Billmann und Ursula Seifert (von links) feierten gestern in Lebach das Ende der Fastnacht. Foto: Carolin Merkel. Foto: Carolin Merkel
Auf ihren Umzug durch die Dieffler Lokale stimmten sich die Traktorfreunde in ihrer Stammkneipe ein. Foto: Johannes A. Bodwing. Foto: Johannes A. Bodwing

Nicht leicht gemacht haben es sich die Narren von Karo Blau Gold Roden mit der Entscheidung, ihren großen Umzug am Dienstag ausfallen zu lassen. "Wir haben den ganzen Morgen zusammengesessen und überlegt, aber es wäre zu gefährlich gewesen, auch für die Mädchen in ihren Gardekostümen", sagte Andrea Kreis, eine der Trainerinnen des Vereins. Gemeinsam mit ihren Trainerkolleginnen und vielen Narren, die Regen und Sturm zum Trotz in die Kulturhalle gekommen waren, ließ sie sich die Feierlaune nicht verderben und machte das Beste aus dem Wetterchaos : Sie feierten eine vorgezogene After-Zug-Party. Auch für Sitzungspräsident Patrick Stedem kam die Sicherheit von Akteuren und Zuschauern an erster Stelle. "Regen geht ja noch, aber diese Windböen, da ist das Risiko einfach zu groß." Recht schnell füllte sich so die Halle, und ein etwas anderer Rodener Fastnachtsdienstag nahm doch noch einen fröhlichen Verlauf.

Während gestern Nachmittag draußen Land unter herrschte, feierten die Lebacher Narren das Finale ihrer Fastnachtskampagne in der Stadthalle. Und statt eines Umzugs durch die Straßen ging es halt einmal durch die Halle und rauf auf die Bühne. Von dort aus machte der stellvertretende Sitzungspräsident Harald Winter mächtig Stimmung. Mit viel "Da Je" wurde noch einmal gezeigt, wo die Fasenacht am schönsten ist. Für das Prinzenpaar Prinz Patrick I. und Prinzessin Corinne I. ist ja auch bekanntlich am heutigen Aschermittwoch alles vorbei. Daher gab es von den Untertanen noch einmal eine dreifache Rakete als kleinen Dank.

Unter den zahlreichen Gästen waren auch Ursula Seifert, Emma Kuhn und Rosemarie Billmann, die extra aus Bonn angereist war, "um mir den Lebacher Umzug anzuschauen". Doch die Stimmung ließen sich die drei Damen nicht verderben, bei einem Gläschen Cremant feierten sie, "so lange wir durchhalten", wie Seifert lachte. Und da hatte die Stadthalle gestern gegenüber den Gassen einen ganz entscheidenden Vorteil: Der einzig zu erwartende Niederschlag bestand aus Luftschlangen und Konfetti.

Statt Konfettiwolken fegten am Dienstag Regenschauer durch Diefflen. Den Umzug hatten die Veranstalter am Vormittag aus Sicherheitsgründen abgesagt. Entsprechend leer war es im Ortszentrum, wo sich sonst ausgelassene Zuschauer ballen. Im Gemeindehaus blieben sprichwörtlich die Lichter aus. Dunkel war der große Saal, in dem alljährlich der Umzug mit Musik und Tanz ausklingt. Bunte Tiere rauchten ihr Zigarettchen schräg gegenüber vor einem Gasthaus. "Kommen Sie rein", sagte Andrea Müllner im bunten Plastikkostüm. "Wenn wir uns zusammenstellen, meint man, die Kneipe ist voll."

Im 80er-Jahre-Stil stimmten sich dort die Traktorfreunde Diefflen ein. Schon um Zwölf habe man sich zum Essen getroffen, sagte Werner Spiess. Ihr Stammlokal sei nun Treffpunkt, "und dann ziehen wir noch durch alle Kneipen".

Statt eines bunten Umzuges rauschte am Dienstagnachmittag zentimeterhoch Wasser durch die Straßen von Kerlingen. Zur rettenden Narreninsel wurde das Gasthaus Ehl mitten im Ort. Aber "bei dem Wetter geht ja auch keiner aus dem Haus", meinte Kurt Jungmann vom Musikverein Kerlingen. Die Musiker spielten vor der Bühne erste Stimmungslieder, während Einzelpersonen und kleine Grüppchen eintrudelten. Eine verhaltene Polonaise zog zwischen bunten Gruppen durch den Saal. Dann kam die gute Laune in Gang, die sonst vom Umzugstreiben angefeuert ist. Bis halb Eins hatten die Kerlinger gehofft, noch starten zu können, dann fiel der Umzug ins Wasser . Und damit die Premiere des Ortsinteressenvereins, der erstmals Veranstalter war.