| 21:10 Uhr

Hoffnungen auf Tesla
„Strom wird nie ein Problem sein“

Das stillgelegte Kohlekraftwerk in Ensdorf. Das Gelände gehört der VSE. Die Gemeinde hat dafür im Mai einen Bebauungsplan beschlossen. Man setzt auf Industrieansiedlungen.
Das stillgelegte Kohlekraftwerk in Ensdorf. Das Gelände gehört der VSE. Die Gemeinde hat dafür im Mai einen Bebauungsplan beschlossen. Man setzt auf Industrieansiedlungen. FOTO: Ruppenthal
Ensdorf. Ensdorf kann sich gut mit dem Gedanken anfreunden, Tesla-Standort zu werden. Bislang ist das aber nur ein Wunsch. Von Johannes Werres

Das politische Ensdorf hat bislang sehr positiv auf Spekulationen reagiert, wonach der amerikanische Hersteller von Elektroautos, Tesla, an der Saar ein Batteriewerk errichten und dafür Ensdorf aussuchen könnte. „Das wäre super“, fasst Volker Greff, Vorsitzender der CDU Ensdorf, die Stimmung zusammen.


Bislang ist Ensdorf nur ins Gespräch gebracht worden, mehr nicht. Genauso der auf der anderen Saarseite liegende Lisdorfer Berg. Hintergrund ist eine Äußerung von Tesla-Chef Elon Musk, dass Deutschland ein bevorzugter Platz für eine neue Produktionsstätte in Europa sei – und dass vielleicht ein Standort an der deutsch-französischen Grenze sinnvoll sei. Seitdem laufen Drähte heiß. Der Lisdorfer Berg war als erstes genannt worden, CDU-Landtagsabgeordneter Raphael Schäfer brachte Ensdorf ins Gespräch.

„Dass in diesem Zusammenhang auch die Aktivitäten der Flächenkonversion des VSE-Kraftwerkstandortes Ensdorf mit diskutiert werden, liegt auf der Hand. So ist doch die Elektromobilität ein essenzieller Bestandteil der von der Politik und den Energieversorgern vorangetriebenen Energiewende. Versorger wie VSE beteiligen sich im Aufbau von Ladeinfrastruktur und der dahinter liegenden Netzversorgung“, teilte nun Ensdorfs Bürgermeister Hartwin Faust (CDU) mit.



In Ensdorf stehen auf dem Gelände des stillgelegten Kraftwerks derzeit auf 53 Hektar brutto 47 Hektar netto bebaubarer Fläche für Gewerbeansiedlungen bereit. „Das Gelände ist baureif“, sagt Greff. Flächennutzungsplan und Bebauungsplan seien geändert worden. Greff: „Das Gelände würde ideal passen. Es hat eine Kaianlage an der Saar, die Schiene ist nicht weit.“ Von einer „möglichen zeitnahen Umsetzung“ spricht auch Faust.

Eigentümerin des Geländes ist nicht die Gemeinde, sondern die VSE. Unklar ist, was aus dem Gebäude des früheren Kohlekraftwerks wird. Eine Verpflichtung zum Rückbau hat die VSE nicht. Und die Gemeinde wird es weder abreißen können noch wollen.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Raphael Schäfer warnte unterdessen davor, das Industriegebiet Lisdorfer Berg und den Standort Ensdorf in Konkurrenz zu setzen. Es könne nur darum gehen, welches Areal geeignet sei und schneller zur Verfügung stehe. Schäfer bekräftigte, die CDU stehe zur möglichen Erweiterung des Industriegebietes Lisdorfer Berg. Dabei gelte es aber, viele Faktoren zu beurteilen. Dazu gehöre auch die Nachbarschaft zu Neuforweiler.

Noch Anfang des Jahres hatte die Stadtverwaltung festgestellt (und der Rat zugestimmt), dass sie zumindest in den nächsten 15 Jahren keinen Bedarf für eine Ausweitung des Lisdorfer Berges sehe. Nachdem die meisten Flächen vergeben sind, dreht sich in der Diskussion um einen neuen Flächennutzungsplan der Wind nun.

Im Hintergrund der Tesla-Spekulation stehen auch Äußerungen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, wonach Europa eine Batteriezellenproduktion brauche, an drei bis vier Standorten. Ein wichtiges Kriterium dabei sei die Versorgung mit Strom, weil die Batterieproduktion energieintensiv sei. „Strom wird nie ein Problem auf dem Ensdorfer Gelände werden“, sagt Volker Greff. „Der Trafo ist dort geblieben“.