Streetfood in Saarlouis: Küche im Saarland

Kostenpflichtiger Inhalt: Street Food Festival in Saarlouis : Von der Almpizza bis zum speziellen Stiel-Eis

Für Besucher und Standbetreiber ist das erste Street Food Festival in Saarlouis ein voller Erfolg. Eindrücke aus dem Stadtgarten.

Bei herrlichem Spätsommer-Wetter am Wochenende kamen zahlreiche Besucher zum ersten Street Food Festival Saarlouis (SFFS) in den Stadtgarten. An 35 Ständen gab es internationale Speisen und Getränke sowie ein buntes Programm. „Eine Fortsetzung im nächsten Jahr kann ich jetzt schon zusagen“, zog Kai Harbig von der Eventagentur „Tat & Drang“ bereits am Samstag ein erstes positives Fazit der dreitägigen Veranstaltung.

 Von der Almpizza bis zur Schnitzelrösterei, von afrikanischen bis zu asiatischen Speisen oder zum kanadischen Nationalgericht „Poutine“ war gewissermaßen die Weltküche in Saarlouis zu Gast. Aber nicht nur die Vielfalt des Angebots überzeugte die Besucher, auch die Qualität der frisch zubereiteten Gerichte kam offenbar an. „Wir achten extrem auf Qualität“, so Kai Harbig, der Standbetreiber von Lörrach bis ins Münsterland nach Saarlouis geholt hat.

Keine fertig abgepackten, bereits panierten Schnitzel gibt es in Triller’s Genuss-Manufaktur. „We make Schnitzel great again“, schmunzelt Heiko Triller. Der Koch aus Karlsruhe will das Schnitzel „von pampigen Saucen und latschigen Panaden befreien“. Er ist bereits seit vier Jahren bei der gleichen Veranstaltung in Saarbrücken dabei und weiß: „Die Saarländer lieben das.“

Die Saarlouiserinnen Saskia Schmitt und Selina Luxenburger haben sich ein geräuchertes „Smokey Schnitzel“ mit Trüffelsauce und frischem Parmesan gekauft. Sie waren schon öfter in Saarbrücken dabei, freuen sich auf das SFFS in Saarlouis.

Saarlouis sei eine „wunderschöne Stadt, wir kommen gerne wieder“, schwärmen Oli Fleiss und Kerstin Füssel aus Esslingen. Sie bieten „mediterran angehauchte“ Almpizza, freuen sich über den Zuspruch der „experimentierfreudigen“ Saarländer. Eine lange Schlange bildet sich nebenan, wo der Italiener Eliseo Ranalldo „Spanferkel mit 15 Kräutern“ aus den Abruzzen im Angebot hat. Afrikanische Kost ist mehrfach vertreten: ob aus Tunesien am „Maison Touareg“, bei Awa aus dem Senegal oder Bubacarr Sissoho mit „Jatta Food“. Der Mann aus Gambia arbeitet in Saarbrücken als Krankenpfleger, betreibt den Stand als Hobby. Dennoch hat er bereits Kultstatus und 2018 beim Street Food Festival in der Landeshauptstadt den Publikumspreis gewonnen. Deshalb durfte er am „European Street Food Award“ in Berlin teilnehmen.

Dieses Jahr hat die „Street Food Community“ beschlossen, die Deutschen Meister in Saarlouis zu küren. Mit „Voting Cards“, also Stimmzetteln, dürfen die Besucher über den Publikums-Preis entscheiden. Daneben gibt es diesmal einen Jury-Preis. Die Jury, der unter anderem die Saarlouiser Bürgermeisterin Marion Jost und Carsten Hör vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) angehören, darf am Sonntagnachmittag das Angebot der 35 Stände verkosten und dann entscheiden. Die Sieger fahren wieder zum „European Street Food Award“, der im Oktober in Malmö vergeben wird.

Publikum und Jury dürften die Qual der Wahl haben. Neben Herzhaftem gibt es auch Süßes und sogar Weltneuheiten. „Wir dürften die einzigen Anbieter in Deutschland sein“, ist Hassan Hayek aus Düsseldorf überzeugt. Seine „Chicken Cones“ sehen aus wie Eistüten, aber in den frisch hergestellten Waffeln ist Hühnchenfleisch in leckerer Sauce. Neuartig sind auch die „Cheesecake Pops“, ein amerikanischer Käsekuchen am Stiel.

Ebenso die „Mellow Monkeys“ von Robert Ackermann aus Gießen. Zweieinhalb Jahre hat er für die Entwicklung der Süßspeise gebraucht: Das gefrorene Eis in flambierten, schokolierten Marshmellows kommt nicht nur bei Kindern gut an.

„Das schmeckt sehr, sehr lecker“, loben Victoria Schumacher und Katrin Andres ihr Gericht aus Israel. Die Schwalbacherinnen waren schon öfter in Saarbrücken beim SFF. Zum ersten Mal dabei sind dagegen Ursula und Hubert Sopola aus Saarlouis. „Wir wollen mal was Neues probieren“, sagen sie, das senegalesische Gericht sei „super“.

Derweil unterhält „Nils, der Gaukler“ aus Köln mit seinen Zaubertricks, während Adam Gmys sich mit seinem Sohn Fabian (2) in Sachen Seifenblasen übt. Der Schwalbacher ist mit seiner Familie an allen drei Tagen auf dem SFFS, freut sich über das „schöne Come together mit anderen Menschen“ und das internationale Angebot. „Ganz lecker“ findet auch der Saarlouiser Günter Morguet seinen Teller mit „Trüffel & Beef“, lacht und geht gut gelaunt weiter an die voll besetzten Tische.

Mehr von Saarbrücker Zeitung