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Stichwahl zwischen Demmer und Jost

Stichwahl zwischen Demmer und Jost

OB-Wahl in Saarlouis: Der SPD-Kandidat Peter Demmer liegt nach dem ersten Wahlgang deutlich vor Marion Jost von der CDU.

Hinter dem Trend herzulaufen war noch nie Sache der Saarlouiser Wähler, auch diesmal nicht bei der Wahl des künftigen Oberbürgermeisters. Während die Saarlouiser Wähler die SPD mit 28,8 Prozent in den Landtag schickten - einigermaßen im Landestrend - gaben sie dem SPD-Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt in Saarlouis, Peter Demmer, 46,11 Prozent. Demmer geht auf Platz eins in die Stichwahl am 9. April - und zwar offenkundig aus eigener Kraft, ohne "Schulz-Effekt".

Knapp 38,54 Prozent fuhr die CDU-Kandidatin Marion Jost ein, das ist weniger als das gleichzeitige CDU-Ergebnis aus der Stadt Saarlouis für den Landtag.

Es sind wohl zwei Lager, die für diese Differenz sorgen. Demmer ist mit über 63 Prozent in Roden, seinem Heimatort, und über 50 Prozent im ähnlich industriell strukturierten Fraulautern klarer - und erwarteter - Sieger. Das aufzuholen ist schwer. In den traditionell eher CDU wählenden Stadtteilen hatte Jost kaum einen wirklich großen Vorsprung. In Lisdorf und Picard etwa waren es knapp fünf Prozent. Ausnahme nur in der Innenstadt (Differenz neun Prozent).

Aufzuholen ist also schwer, zumal es, wie es Marion Jost gestern Abend ausdrückte, "ein bürgerliches Lager" gibt, das "gut aufgestellt" sei, aber eben in die drei Parteien CDU, Grüne und FDP. Jost will in den kommenden beiden Wochen bis zur Stichwahl gerade bei den grünen und den liberalen Wählern um Stimmen werben. Das sind immerhin rund 15 Prozent. Claudia Beck hat 8,65 Prozent erreicht, fast das Doppelte der grünen Landtagsstimmen aus Saarlouis. Und Kirsten Cortez kam mit 6,71 Prozent auch ungefähr auf das Doppelte ihres Partei-Ergebnisses. Beide: nicht unzufrieden, aber es hätte etwas mehr sein dürfen, sagen sie.

Demmer, wie Jost am Wahlabend erschöpft, sagte nur: "Es war das Ziel, heute hier als erster aus dem Wahlgang herauszugehen. Das ist erreicht."

Die OB-Wahl zog unter den Bürgerinnen und Bürgern offenbar nicht so kräftig wie gewohnt. Die Beteiligung an der Landtagswahl lag in Saarlouis mit 66,7 Prozent zwei Prozent unter dem Landesschnitt. Zur OB-Wahl betrug sie noch weniger, nämlich 63,3 Prozent. Allerdings waren da auch mehr Bürger wahlberechtigt als zur Landtagswahl.

 Auf zum zweiten Anlauf: Marion Jost und Peter Demmer. Fotos: Thomas Seeber
Auf zum zweiten Anlauf: Marion Jost und Peter Demmer. Fotos: Thomas Seeber
Stichwahl zwischen Demmer und Jost
Stichwahl zwischen Demmer und Jost
Stichwahl zwischen Demmer und Jost

Der amtierende OB Roland Henz (SPD), der trotz Erkrankung ins Rathaus kam, lobte den "fairen Wahlkampf".