Sticheleien im Supermarkt

Saarlouis. Gedankenspiele: Im Saar-Derby der Handball-Regionalliga zwischen der HG Saarlouis und den HF Untere Saar steht es unentschieden. Sekunden vor Schluss bekommt HF-Spieler Dennis Koppenburg frei vorm gegnerischen Tor den Ball und damit die Sieg-Chance in die Hände. Trifft er, könnte das das Aus für den Tabellenführer im Titelrennen bedeuten

 Dennis Koppenburg spielte insgesamt sechs Jahre in Saarlouis, wechselte vor der Saison zu den Handballfreunden und kehrt nächste Saison wieder zur HGS zurück. Foto: Jenal
Dennis Koppenburg spielte insgesamt sechs Jahre in Saarlouis, wechselte vor der Saison zu den Handballfreunden und kehrt nächste Saison wieder zur HGS zurück. Foto: Jenal

Saarlouis. Gedankenspiele: Im Saar-Derby der Handball-Regionalliga zwischen der HG Saarlouis und den HF Untere Saar steht es unentschieden. Sekunden vor Schluss bekommt HF-Spieler Dennis Koppenburg frei vorm gegnerischen Tor den Ball und damit die Sieg-Chance in die Hände. Trifft er, könnte das das Aus für den Tabellenführer im Titelrennen bedeuten.Schlechte Erinnerungen Zurück zur Realität: Dass es heute Abend in der Stadtgartenhalle in dem mit Hochspannung erwarteten Lokal-Duell (Anpfiff: 20 Uhr) soweit kommt, ist nach den jüngsten Leistungen beider Teams eher unwahrscheinlich. Wenn doch, wäre es für Geburtstagskind Koppenburg der blanke Horror. Als aktueller HF-Spieler und künftiger HG-Neuzugang steht der 25 Jahre alte Brotdorfer zwischen den Stühlen. "Koppi", so nennen ihn seine Freunde, sieht das anders. "Wenn es so kommt, gibt es nur eins: Das Ding reinhämmern, ganz klar", bekräftigt er, auch auf die Gefahr hin, seinen Traum von der zweiten Bundesliga selbst zu zerstören.An das Hinspiel in der Thielparkhalle erinnert sich der Mann, der früher schon mal sechs Jahre lang das HG-Trikot trug, gern zurück. Nach einer Sechs-Tore-Führung war Untere Saar viel näher dran am Sieg. Erst zehn Sekunden vor dem Abpfiff gelang HG-Kapitän Daniel Altmeyer der Ausgleich zum 32:32-Endstand. Der ganz große Wurf blieb zwar aus, doch die Wölfe verschafften sich als Aufsteiger Respekt beim Platzhirschen. "Wir werden sie sicher nicht unterschätzen. Im Derby ist alles möglich", sagt Daniel Altmeyer, der sein Team zusammen mit Spielertrainer-Kollege Danijel Grgic auf ein "heißes Rückspiel" eingestellt hat.Der hohe 36:28-Kantersieg von Saarlouis im Spitzenspiel in Gensungen, ein Kader in Bestbesetzung und die sicherlich proppenvolle Halle im Rücken sprechen allerdings klar für den Sieg des Favoriten. Weniger rosig stellt sich indes die Lage der verletzungsgebeutelten Nordsaarländer dar: Die Torjäger Andy Dörr und Jens Ehrich fehlen. Nur eine Woche nach dem sensationellen 30:29-Heimsieg gegen Tabellenführer Gensungen blamierte sich die Kreuser-Truppe zuletzt bei der 26:33-Heim-Schlappe gegen Haßloch bis auf die Knochen. "Das war einfach grottenschlecht. Aber gegen Top-Teams haben wir eigentlich immer gut gespielt", hofft Koppenburg, den Schalter wieder umlegen zu können."Zieh' dich warm an"Psychologische Kriegsführung kann da im Vorfeld sicher nicht schaden. Gelegenheiten, den Gegner einzuschüchtern, boten sich ihm reichlich. "Ich hoffe, du verkraftest das, wenn ihr am Freitag verliert", neckte Koppenburg HGS-Kapitän Daniel Altmeyer bei einem Treffen in einem Saarlouiser Supermarkt. "Zieh dich warm an", kam die prompte Antwort des früheren und zukünftigen Teamkollegen.Auch HG-Senkrechtstarter Daniel Fontaine lief Koppenburg, wie das im kleinen Saarland nun mal so ist, zufällig über den Weg. Gegen den linken Rückraumspieler der HGS, der Gensungen mit zwölf Toren fast im Alleingang abschoss, wird Koppenburg in der Abwehr spielen. Hoffentlich so erfolgreich wie im Hinspiel. "Dich kriege ich wieder in den Griff", gab Koppi dem befreundeten 1,94-Meter-Riesen zu verstehen und schmunzelte: "Du hast keine Chance." "Ich hoffe, du verkraftest das, wenn ihr am Freitag verliert."HF-Kreisläufer Dennis Koppenburg, früher und demnächst bei der HG Saarlouis, zu HGS-Kapitän Daniel Altmeyer