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Stadtrat Saarlouis: Platz vor der Synagoge wird nach Bejarano benannt

Würdigung beschlossen : Platz wird nach Bejarano benannt

Saarlouis ehrt seine Ehrenbürgerin Esther Bejarano, die am 10. Juli in Hamburg verstorben ist. Die Holocaust-Überlebende und Musikerin hatte sich bis ins hohe Alter engagiert für den Kampf gegen das Vergessen und gegen Faschismus eingesetzt.

Sowohl die Linke als auch die Koalition aus CDU, Grüne und FDP im Stadtrat Saarlouis hatten eine Würdigung durch eine Benennung in der Stadt beantragt; letztere mit dem konkreten Vorschlag, den Vorplatz der ehemaligen Synagoge im Postgäßchen in Saarlouis in „Esther-Bejarano-Platz“ zu benennen. Außerdem solle die Volkshochschule Saarlouis noch stärker als bisher einen dauerhaften Schwerpunkt auf den Themenbereich der Erinnerungskultur in Zusammenhang mit der Shoa (Völkermord an den europäischen Juden) setzen. Dem Vorschlag folgte der Stadtrat einstimmig. Die Linken im Rat fehlten in der Sitzung allerdings komplett und konnten so über ihren eigenen Antrag nicht mitabstimmen.

Die Benennung solle ausdrücklich „kein Schlusstrich“ sein, betonte Marc Speicher, CDU, „wir hatten ein reiches jüdisches Leben in der Stadt, daran soll der Platz erinnern“. Gabriel Mahren, Grüne, ergänzte, dass Bejaranos Vater außerdem Kantor in dieser Synagoge gewesen ist: „Es ist eine würdige Form der Erinnerung an Esther Bejarano, aber auch an den Schrecken, den sie erleben musste.“