Stadtrat Saarlouis diskutiert über Beach-Tennis-Veranstaltung 2019

Zuschuss von 20 000 Euro : Beach-Tennis sorgt für Schlagabtausch im Stadtrat

Stadtrat Saarlouis beschließt Unterstützung von 20 000 Euro für die Veranstaltung – gegen den Widerstand der SPD-Fraktion.

Sport verbindet über Barrieren hinweg, was sich in der Sitzung des Stadtrates Saarlouis am Donnerstagabend bestätigte: Wann je hätte es in dem Rat Applaus der CDU für die Linke gegeben? Den gab es für die Linken-Fraktionschefin Karola van der Graaf, als sie sich für einen erneuten Zuschuss der Stadt für eine Beach-Tennis-Veranstaltung 2019 aussprach. Sie sei für alles, was der Stadt und ihren Bürgern nutze, das dürfe auch 20 000 Euro kosten, „da sollte man zustimmen“.
Vorausgegangen war das Gegenteil des verbindenden Segens des Sports. Ein echter Schlagabtausch. Leistungen des städtischen Neuen Betriebshofes Saarlouis (nbs) im Volumen von 20 000 Euro sollte der Rat genehmigen, beantragte die Stadtverwaltung. Niemand bezweifelte, dass die beiden vorangegangenen Veranstaltungen „Beach Tennis Open“ und die deutschen Meisterschaften auf dem Kleinen Markt ein echter Erfolg waren, ein in den Medien und vor Ort viel beachtetes „Großsportevent“. Doch der kommerzielle Veranstalter könne die Strand-Tennis-Veranstaltung aus Mangel an Sponsoren nicht voll finanzieren. Drum, wie schon 2018, die Bitte um städtische Unterstützung.
CDU und Grüne waren uneingeschränkt dafür. CDU-Fraktionschef Raphael Schäfer und CDU-Fraktionsmitglied Carsten Quirin erinnerten an das Selbstverständnis von Saarlouis als „Kreis-, Europa-, Auto- und Sportstadt“. Die Meisterschaft sei ein „Riesen-Erfolg“ fürs Image der Stadt und ein „bedeutender Wirtschaftsfaktor“. Gastronomie und Handel hätten profitiert – was bei Großereignissen nicht immer der Fall sei. Grünen-Fraktionsmitglied Hubert Ulrich bekräftigte, der Ertrag für die Stadt sei wesentlich höher als die eingesetzte Summe.

Ganz anders die SPD. Fraktionschef Hakan Gündüz erinnerte daran, schon 2018 gefordert zu haben, dass sich die Veranstaltung selbst tragen müsse. Das verlangte langfristige Konzept dazu fehle. 20 000 Euro müssten nun über einen Nachtragshaushalt finanziert werden. „Das finden wir nicht angemessen.“ SPD-Ratsmitglied Peter Engstler: Natürlich stimme das mit der Sportstadt. Das bedeute aber, den heimischen Vereinssport „groß zu schreiben“. Werde die Summe über den Nachtragshaushalt finanziert, müsse sie anderswo eingespart werden. „Wo? Etwa im Bereich der Vereine?“
Der Ton wurde schärfer. Grünen-Fraktionschef Gabriel Mahren warf der SPD vor, für eigene Vorstellungen einst „rücksichtslos ökologische Haushaltsposten geplündert“ zu haben. Schäfer nannte die SPD-Position befremdlich, falsch und fatal. Doch die SPD blieb beim Nein. Daran änderten auch Hinweise von Bürgermeisterin Marion Jost nichts, es gehe im Wesentlichen nicht um Geldauszahlungen, sondern um Verrechnungen zwischen Stadt und nbs. Wo denn am Ende tatsächlich eingespart werde, sagte sie auf Nachfrage des Piraten Holger Gier, sei so lange offen wie die tatsächliche Finanzlage der Stadt 2019.
Gier enthielt sich, die SPD stimmte mit Nein, alle anderen genehmigten den Zuschuss von 20 000 Euro für ein Beach Tennis Open 2019.

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