1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Saarlouis

Stadt und Kreis Saarlouis verliehen erstmals den "Preis der Vielfalt"

Preisverleihung : Viel Lob für’s Ehrenamt

24 Gruppen- und Einzelpersonen sind mit dem Preis der Vielfalt ausgezeichnet worden. Sie arbeiten für Integration.

Der erste „Preis der Vielfalt“ von Stadt und Kreis Saarlouis wurde am Freitagabend verliehen. Insgesamt 24 Gruppen und Einzelpersonen erhielten für ihr Engagement eine Urkunde. Sechs Preisträger bekamen zusätzlich je 250 Euro.

„Eine Menge Helden“, sagte der erste Beigeordnete Klaus Engel in Vertretung für den kurzfristig erkrankten Landrat Patrik Lauer. „Sie haben gezeigt, dass Vielfalt nicht als Bedrohung wahrgenommen wird, sondern als Chance“, sagte der Saarlouiser Oberbürgermeister Peter Demmer. Für Klaus Kunz, Leiter der Stabsstelle Integration beim Sozialministerium, ist gute Integration „eine gute Basis für Demokratie“.

„Wir sind ein Einwandererland“, machte Kunz klar. „Migration wird auch in Zukunft ein Thema bleiben.“ Deshalb sei es wichtig, die unterschiedlichen Gruppen mitzunehmen. Den „Preis der Vielfalt“ hatte Patrizio Maci angestoßen, Sprecher des Integrationsbeirates der Stadt Saarlouis. Die Auszeichnung ist für Ehrenamtliche, die im Hintergrund arbeiten und dennoch „etwas Wesentliches für die Gesellschaft leisten“.

Im Vordergrund stehe dabei „der Mensch und nicht die Nationalität“. Dabei geht es nicht nur um Menschen aus anderen Kulturen, sondern auch um die Integration von Menschen mit Handicaps. Eine fünfköpfige Jury unter Leitung von Bernd Maus, Leiter Stabsstelle Integration des Landkreises, wählte die sechs besonderen Preisträger aus. Zur Jury gehörte Schauspielerin Elisabeth Brück, der Saarlouiser Oberbürgermeister Demmer, die französische Honorarkonsulin Myriam Bouchon und Patrizio Maci.

Maria Mellinger aus der Gemeinde Rehlingen-Siersburg bezeichnete Maci in seiner Laudatio als „eine Frau der ersten Stunde“. Seit 2015 baue sie Hilfsangebote für Flüchtlinge auf, darunter die Initiative „Grenzenlos Miteinander“. Damit sei es Mellinger gelungen, vielen Flüchtlingen eine neue Heimat zu geben und sie mit Kultur und Alltag ihrer neuen Heimat vertraut zu machen. Mellinger wurde in der Kategorie Einzelperson ausgezeichnet.

„Respekt stärkt die Vertrauensbasis aller Veranstaltungen und Feste“, sagte Laudatorin Brück über die Katholische Kindertagesstätte St. Johann in Dillingen. Seit 2017 beteiligt sich die Einrichtung auch am Bundesprogramm Sprach-Kitas. In St. Johann sei es völlig normal, „dass alle verschieden sind“, meinte Brück zum Preisträger der Kategorie Kindergärten und Kitas.

Für die Kategorie Grundschulen zeichnete Demmer die Römerberg-Schule in Roden aus. 300 Kinder aus zehn Nationen gingen dort zur Schule. Überzeugend seien Projekte wie kindgerechter Sprachkurs, Erstklässler-Paten und Mediatoren.

„Diese Schule hat sich ganz bewusst für eine Gemeinschaft entschieden“, stellte Bouchon zur Martin-Luther-King-Schule in Fraulautern dar. Die ist Preisträger in der Kategorie weiterführende Schulen. Von 320 Schülerinnen und Schülern sei ein Drittel mit Migrationshintergrund. Als sehr überzeugend gelte „das Engagement für gegenseitige Anerkennung der verschiedenen Kulturen seit langen Jahren“.

„Die brennen für ihre Sache“, sagte Laudator Engel über die Mitglieder der Aktion „Wir sind einS(aarlouis)“. „Hier bringt jeder seine Stärke ein und zeigt, wie Gemeinschaft auf Augenhöhe funktioniert“, meinte Engel zum Preisträger der Kategorie Initiativen und Einrichtungen.

„Über die Klassen hinaus soziale Kontakte knüpfen“, das praktizieren an die 20 Schülerinnen und Schüler in Lebach, sagte Kunz. In dem Projekt „Hand in Hand“ treffen sich regelmäßig Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums sowie der Ruth-Schaumann-Förderschule Hören und Kommunikation. Dafür gab es den Sonderpreis in der Kategorie Inklusion.

Etwa 100 Personen füllten beim ersten „Preis der Vielfalt“ den Großen Sitzungssaal des Landratsamtes. Den besonderen musikalischen Rahmen gestalteten Pierre und Pablo Hubertus an Klavier und Violine.