Stadt Saarlouis verzichtet auf Knöllchen

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Park-Ärger auf dem Großen Markt : Stadt Saarlouis verzichtet auf Knöllchen

Da haben sich nach dem Oktoberfest in Saarlouis eine Menge Leute geärgert: Autofahrer ebenso wie Personal des Ordnungsamtes. Abzocke auf einem Parkplatz oder eigenmächtiges Verrücken von Absperrungen?

Was war denn nun wirklich? Ein Autofahrer berichtet der Saarbrücker Zeitung: Freitag nach dem Oktoberfest auf dem Großen Markt in Saarlouis. Beide Markthälften waren noch gesperrt, weil das Zelt noch nicht abgebaut worden war. „Gegen 11 Uhr hat das Ordnungsamt die rechte Seite des Großen Marktes geöffnet. Innerhalb kürzester Zeit war der Parkplatz voll“, schreibt der Autofahrer. Und weiter, wütend: „Nach einer Stunde kam das Ordnungsamt und hat 25-Euro-Strafzettel verteilt.“ Und dann auch noch: Etwa 12 Uhr wurde das Schild am Markt von Halteverbot auf Parken geändert. „Also Parkplatz trotz Halteverbot öffnen, dann die Leute erstmal abzocken, bevor man wieder den Parkplatz ganz normal freigibt.“ Der Pkw-Fahrer beschwerte sich zusammen mit anderen im Rathaus.

Das Ordnungsamt teilte auf Nachfrage am Montag mit: Die großen Halteverbotsschilder standen am Vormittag ganz regulär da, und das reiche rechtlich für ein Halteverbot. Die Knöllchen wären demnach zu Recht verteilt worden. Aber: Irgendwer, Leute vom Oktoberfest oder Autofahrer, hätten die Schranken der Zufahrt geöffnet. Der Parkplatz sei binnen kurzem voll gewesen.

Ärgerlich für die Stadt. Denn, sagt Sprecher Sascha Schmidt, der Boden sei noch voller Glassplitter gewesen, es hätten noch die Löcher der Zeltbefestigungen im Asphalt geklafft. „Erst wenn der Platz vom Neuen Betriebshof gesäubert wurde, wird er nach solchen Veranstaltungen freigegeben“, erklärte Fredric Stinnen vom Ordnungsamt. Die Hipos hätten deswegen die Verwarnungen verteilen und weiteres Parken verhindern sollen.

Ging aber nicht. Denn es parkten schon zu viele, und manche Fahrer seien „uneinsichtig“ gewesen. Um weitere „Konfrontatioen zu vermeiden“, entfernte der NBS die Beschilderung. Keine weiteren Knöllchen, Reinigung des Platzes erst am Samstagmorgen.

Und: Da die Situation „unübersichtlich“ gewesen sei, stellt die Stadt alle Verfahren dazu ein. Die Knöllchen müssen also nicht bezahlt werden.

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