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Stadt Saarlouis baut in Roden eine Kita mit sieben Gruppen

Stadt Saarlouis baut in Roden eine Kita mit sieben Gruppen

Die Stadt Saarlouis wird in Roden eine Kita mit sieben Gruppen bauen. Das ist höchst ungewöhnlich im Saarland. Doch die rasant wachsende Nachfrage nach Plätzen zwingt die Stadt zu einem schnellen Kita-Ausbau.

Im Eiltempo haben am Dienstagabend gleich zwei Ausschüsse des Stadtrates Saarlouis grünes Licht gegeben für die Planung einer Kita mit sieben Gruppen in Roden Nord. Sie billigten erste Entwürfe des Architekturbüros bhk aus Fraulautern. Ungewöhnlich daran ist zunächst, dass die Ausschüsse nicht auf die zur Entscheidung übliche aufgeschlüsselte Kostenschätzung bestanden. Die Ratsleute folgten damit der Argumentation von Bürgermeisterin Marion Jost, dass es jetzt um Tempo gehe.

"Von den voraussichtlichen Gesamtkosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro sind nur circa 1,4 Millionen Euro durch die Stadt selbst aufzubringen", sagte sie. Eine unbekannte Größe sei die Frage nach Altlasten im Boden.

Jost: "Jetzt soll die Detailplanung erfolgen, so dass im November bereits der Bauantrag eingereicht werden kann.

"Mein Ziel ist es, dass die neue Kita Ende 2017 fertiggestellt ist."

Sieben Gruppen werden üblicherweise im Saarland nicht zugelassen, wie Architekt Simon Kosiol erläuterte. Man wolle keine Kitas, die zu groß und zu massig wirkten. Bhk löse darum die Blockhaftigkeit des Gebäudes auf, indem drei hofartige Flächen in die Fassade geschnitten und diese so unterbrochen werde. Und statt des für die 160 Kinder vorgeschriebenen Essraums von 150 Quadratmetern werde es drei davon zu 50 Quadratmetern geben. Das ganze Gebäude wird in vier Einzeltrakte unterteilt. 1390 Quadratmeter wird das Gebäude haben. Das Grundstück neben dem Technischen Hilfswerk (THW) gehört der Stadt.

Der Umzug der Kita Römerberg in Roden soll auch die kurzfristig entstandene Raumnot an der Grundschule und der dortigen Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) entspannen. In der FGTS ist allein von März, als letztmalig geplant wurde, die Nachfrage nach Betreuung bis 17 Uhr von 83 auf im Juli 117 gestiegen, und sie steigt laut Jost weiter. Das liege am unvorhersehbaren Zuzug. Nur zu einem Teil handle es sich um Flüchtlinge. Jost: "Andere Kommunen haben dasselbe Problem. Wir haben den Vorteil, dass wir noch reagieren können, weil nach neuen Zahlen zu den nur noch 14 der 52 Kommunen im Saarland gehören, die keine Sanierungskommunen sind."