| 20:37 Uhr

Interview
Stabübergabe an der Kreismusikschule

In seinem Element: Günter Donie dirigiert das Kreisjugendorchester, hier beim Bouser Sommernachtstraum in der Süd-West-Halle.
In seinem Element: Günter Donie dirigiert das Kreisjugendorchester, hier beim Bouser Sommernachtstraum in der Süd-West-Halle. FOTO: ASeeber
Saarlouis. Der langjährige Leiter der Kreismusikschule, Günter Donie aus Saarwellingen, verabschiedet sich in den verdienten Ruhestand. Von Jutta Stamm

Günter Donie aus Saarwellingen ist seit 1980 Musik- und Philosophie-Lehrer am Robert-Schuman-Gymnasium (RSG) in Saarlouis. Er war Schüler des Stadtgarten-Gymnasiums und gründete bereits in der Oberstufe ein kleines Orchester. Seit 1974 leitet er die Kreismusikschule. 1982 gründete er am RSG den Großen Chor, 1985 den Kammerchor. Mit beiden, mit Solisten und dem Kreisjugendorchester (KJO) führt er am Samstag, 16. Dezember, 19 Uhr, sein letztes Adventskonzert in der Lisdorfer Kirche auf. Ende des Schuljahres geht Donie in den Ruhestand.



Herr Donie, es ist das letzte Adventskonzert, das Sie mit dem von Ihnen gegründeten Großen Schulchor aufführen. Ende des Schuljahres gehen Sie in den Ruhestand. Was überwiegt: Wehmut oder Erleichterung?

Günter Donie: Ich habe schon zweimal verlängert. Jetzt sehe ich meine nahende Pensionierung als Erleichterung an. Den Mittelstufenchor habe ich schon an Tobias Rößler, die Big Band an Lothar Fuhr abgegeben. Behalten werde ich den Kammerchor.

Sie haben bedeutende Konzertreisen mit Ihren Chören und dem Kreisjugendorchester gemacht, jährlich das Advents- und das Open-Air Konzert in Lisdorf ausgerichtet. Nach den Open-Air-Konzerten wurden Sie von Ihren Schülern frenetisch gefeiert. Was machen Sie anders als andere Musikpädagogen?

Donie: Vielleicht schaffe ich Vertrauen. Ich stelle Ansprüche, traue meinen Schülern etwas zu. Man muss sich selbst als Lehrer, so weit es geht, zurücknehmen und darf nie die Geduld verlieren.



Sie konnten einige Ihrer Schüler so für die Musik begeistern, dass sie ein Musikstudium oder eine Gesangsausbildung machten.

Donie: Das ist wohl so. Man muss die jungen Menschen motivieren. Alle sollen singen, und die, die sich besonders engagieren und etwas können, setze ich gerne in Konzerten als Solisten/Solistinnen ein. Da ich fast alle Stücke selbst arrangiere, weiß ich, was jemand kann und arrangiere es dann passend für die jeweilige Stimme. Ein Spagat zwischen Anspruch und Möglichkeit. Ich gebe ihnen die Möglichkeit, sich zu beweisen. Zeitweise hatten wir vier Musiklehrer an unserer Schule, die bei mir Unterricht hatten, auch Tobias Rößler, seit einiger Zeit Kollege, hatte Klavier- und Musikunterricht bei mir – ebenso wie Konzertpianisten und Orchestermusiker, beispielsweise die Rivinius-Brüder, und die Sängerinnen Ann Katrin Fetik und Sabine Becker.

Es sind in der Hauptsache wohl Mädchen, die die Chöre besetzen?

Donie: Ja, der Kammerchor ist ein „reiner“ Mädchenchor mit einem Jungen. Das rührt daher, dass das RSG als Mädchenschule gegründet wurde. Auch heute haben wir mehr Mädchen als Jungen.

Mit Ihren Chören haben Sie sich über die Grenzen des Saarlandes hinaus bekannt gemacht. Der Kammerchor wurde von der Landesakademie für musisch-kulturelle Bildung mit dem Förderpreis ausgezeichnet. Außerdem stellt das RSG regelmäßig die meisten „Jugend-musiziert“-Preisträger der Region. In Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule ist die Mitwirkung im Jugendsinfonieorchester möglich. Wie wichtig ist der Musikunterricht an den Schulen?

Donie: Sehr wichtig, da die Schüler nicht nur lernen, Musik zu verstehen, das Hörverstehen, sie üben auch Sozialverhalten ein. Außerdem werden die Konzentration gesteigert und die motorischen Fähigkeiten geschult. Wir gehören zu den drei saarländischen Gymnasien mit besonderem Musik-Profil. Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, Musik ab der Klassenstufe 8 als Hauptfach zu wählen. Darüber hinaus ist in allen Klassenstufen ein verstärkter, vierstündiger Musikunterricht vorgesehen.

Das Gespräch führte Jutta Stamm

Günter Donie, Leiter der Kreismusikschule, geht in den Ruhestand.
Günter Donie, Leiter der Kreismusikschule, geht in den Ruhestand. FOTO: Donie