Sprachkurs zum Anfassen

Durch die überwältigende Vielfalt eines modernen Handelsmarkts führten Globus-Mitarbeiter 19 jugendliche Flüchtlinge. Die lernten bei dem Vokabelkurs zum Anfassen nicht nur neue Begriffe, sondern auch wesentliche Abläufe beim Einkaufen kennen.

"Ich will verstehen", sagte ein Jugendlicher aus Afghanistan bei der Aktion "Gläserner Globus". Seit drei Monaten sei er in Deutschland und müsse sich die Sprache aneignen. Immer wieder schrieb er neue deutsche Worte in sein gelbes Notizbuch und wiederholte sie leise.

Einen Vormittag lang führte Nicole Wolff 19 jugendliche Flüchtlinge durch den Globus-Markt Saarlouis . Wolff, die für Aus- und Weiterbildung zuständig ist, erklärte das Sortiment und zahlreiche Details. Darunter den Kundenscanner, an dem man auf einfache Weise den Preis einer Ware abfragen kann.

Die jungen Leute kommen vor allem aus Syrien und Afghanistan, sagte Deutschlehrerin Tanja Gabrisch. Ein Großteil von ihnen sei allein hier, manche hätten nicht mal Kontakt zu Angehörigen. Als Vertrauensperson war Tanja Manthey mit dabei, die bei Sorgen und Nöten hilft. Beide sorgen aber auch klar für die nötige Disziplin.

Die 19 Jugendlichen werden seit dem neuen Schuljahr in einer Berufsschulklasse des TGSBBZ Saarlouis unterrichtet. Insgesamt sind es 23 junge Flüchtlinge . In der ersten Zeit lernen sie hauptsächlich die deutsche Sprache, werden aber auch im Bereich Holz ausgebildet. Verwundert stehen die jungen Leute vor Regalen voller Waschmittel. "Was ist das?", fragt einer und weist auf eine Packung mit Tabs für die Spülmaschine. Genau so ungewohnt war die Vielfalt an Kaffeepulver für die Maschine, an Tütensuppen und Fertiggerichten. Vor großen Dosen mit Proteinen schwärmten die einen von Muskeln, andere hielten ihre Hände neben die Hüften und meinten schmunzelnd: "Macht dick."

Manche Mitarbeiter von Globus Saarlouis haben ebenfalls einen Migrationshintergrund. Dadurch ergab sich mit einer Angestellten aus der Türkei ein Gespräch auf Kurdisch. Ein weiterer Mitarbeiter kam vor 23 Jahren aus dem Kosovo.

"Ihr müsst sprechen, lesen, schreiben", betonte er immer wieder, und die 19 jungen Flüchtlinge hörten begeistert zu. Denn, fuhr er fort, so habe auch er es gemacht und sich schon nach wenigen Monaten verständigen können.