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Spitzenreiter gestürzt

Saarlouis. "Ricky ist einmalig, heute hat er seine Großartigkeit erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt." Trainer Chris Cummings geriet nach dem 88:81-Erfolg des Basketball-Regionalligisten TV Saarlouis gegen die SG TVD-BIS Speyer regelrecht ins Schwärmen Von SZ-Mitarbeiter Matthias Minnich

Saarlouis. "Ricky ist einmalig, heute hat er seine Großartigkeit erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt." Trainer Chris Cummings geriet nach dem 88:81-Erfolg des Basketball-Regionalligisten TV Saarlouis gegen die SG TVD-BIS Speyer regelrecht ins Schwärmen. Und nicht nur er: 250 Zuschauer in der Kreissporthalle wurden am Sonntag Zeuge, wie Ricky Easterling (36 Punkte) die favorisierten Gäste geradezu verzweifeln ließ.Der US-Amerikaner übernahm im Schlussviertel das Zepter und hatte in jeder Offensiv-Aktion den Ball in seinen Händen. Easterling schaffte es, entweder selbst zum Abschluss zu kommen oder seine freien Mitspieler mustergültig einzusetzen. Profiteur dieser Spielweise war in erste Linie Jimmy Lauter (18 Punkte), der ein gutes Händchen bewies und wichtige Dreipunkte-Würfe versenkte. "Ich war gegen Ende quasi Aufbauspieler und habe so die Aufmerksamkeit der Abwehr auf mich gezogen. So hatte ich immer wieder die Gelegenheit, meine Nebenleute einzusetzen", sagte Easterling.


Die Gäste ließen ihre Frustration mehrmals am Schiedsrichter-Gespann aus, das eine umkämpfte Partie aber in weiten Teilen fehlerlos leitete.

Speyer gehört zu den spielstärksten Mannschaften der Liga. Weiterhin sind sie mit Julian Krieger und Theodis Tarver auch individuell hervorragend besetzt. Umso wichtiger war es für Saarlouis, die Dominanz in der Defensive auszustrahlen, die man bei der unnötigen 79:87-Niederlage in Tübingen vermissen ließ. Steffen Behrens mit zwölf Punkte sowie sieben Rebounds und Hari Mujkanovic mit 15 Rebounds schienen sich einiges vorgenommen zu haben, und sorgten unter dem eigenen Korb für klare Verhältnisse. Der Gästespieler Theodis Tarver fand in keiner Phase in die Partie und musste im vierten Viertel mit fünf Fouls entnervt das Feld verlassen. So war TVS-Trainer Chris Cummings sichtlich begeistert, wie seine Vorgaben umgesetzt wurden: "Unsere Verteidigung war der Schlüssel. Ballgewinne und konsequente Rebound-Arbeit eröffneten uns die Möglichkeit, schnell zu spielen. Dadurch haben wir Speyer geknackt."



Der TV Saarlouis untermauert mit dem Erfolg zum wiederholten Male in imposanter Manier seine Heimstärke und steht in der Tabelle der Regionalliga auf dem fünften Rang - sechs Punkte hinter dem neuen Tabellenführer MTV Stuttgart. Nicht auszudenken, was in dieser Saison möglich wäre, wenn der TVS die latente Auswärtsschwäche ablegen könnte. Die Chance, das vorhandene Potenzial auch in der Fremde abzurufen, hat der TVS in zwei Wochen wieder. Am kommenden Sonntag tritt Saarlouis zunächst erneut in heimischen Gefilden an. Zu Gast am 16. Spieltag ist der Tabellenzehnte der EVL Limburg.