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Spezialkräfte sind bereit für den Einsatz

Spezialkräfte sind bereit für den Einsatz

Die neu gegründete Operative Einheit der saarländischen Polizei tritt am Montag offiziell ihren Dienst an.

108 Spezialkräfte marschieren am saarländischen Innenminister vorbei. Alle tragen dunkelblaue Uniformen, haben Schutzwesten angelegt. Auf dem Kleinen Markt stellen sie sich ordentlich in Gruppen auf, die Maschinenpistole vor der Brust, die Hand am Abzug. "Heute ist ein schöner Tag für die Polizei", sagt Klaus Bouillon (CDU). Die Männer und Frauen blicken in dutzende Kameras. Viele Journalisten sind gekommen, um sich das Spektakel anzuschauen. Immer wieder bleiben Menschen im Vorbeigehen stehen, zücken ihre Smartphones. Das Interesse ist groß: Die neu gegründete Operative Einheit (OpE) der Saar-Polizei ist angetreten. Bouillon begrüßt die speziell ausgebildeten Beamtinnen und Beamten.

Am Montag treten diese offiziell ihren Dienst in der neuen Sondereinheit an. Die 108 Mitglieder sind auf insgesamt sechs Inspektionen im Saarland verteilt - St. Johann, Burbach, Saarlouis, St. Wendel, Neunkirchen und Homburg. Jede Gruppe besteht aus 18 Einsatzkräften. Die OpE-Mitglieder rücken künftig bei besonderen Gefahrenlagen aus. Dazu zählen Demonstrationen, Fußballspiele und Großereignisse, aber auch lebensbedrohliche Einsatzlagen mit bewaffneten Tätern. "Um in diesen Situationen wirksam eingreifen zu können", erläutert Christian Schmitt, Leiter der Sondereinheit, "haben sie eine sechsmonatige Zusatzausbildung absolviert und eine spezielle Schutzausstattung erhalten." Zu der gehören unter anderem Waffenholster, Maschinenpistolen, ballistische Helme und Westen. "Die komplette Ausrüstung wiegt etwa zehn Kilo. Das Schutzschild noch mal zehn Kilo extra", sagt Schmitt. Er erklärt, dass die OpE-Mitglieder regelmäßig gemeinsam trainieren, damit ein eingespieltes Team, eine geschlossene Einheit entstehe. Immer wieder sei in diese Übungen auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) involviert.

Etwa 30 Prozent ihrer Arbeitszeit würden die OpE-Kräfte in Fortbildungen und Einsätze investieren. "In den restlichen 70 Prozent unterstützen sie die Inspektionen, in denen sie stationiert sind", erklärt Innenminister Bouillon. Die Sondereinsatzkräfte tauchen nicht in den Dienstplänen der Wachen auf. Sie arbeiten nach eigenem Plan und können jederzeit abgerufen werden.

"Das war früher anders", berichtet Christian Zimmer, Leiter der Polizeiinspektion Saarlouis. Er erklärt, dass die OpE die bisherige Sondereinsatzeinheit (SEE) ablöst. Deren Mitglieder wurden bei Einsätzen aus ihren Diensten in den Inspektionen abkommandiert. Das Personal fehlte also. "Durch die Einführung der OpE haben wir wieder mehr Polizisten in Saarlouis", freut sich Zimmer. Er erzählt, dass die 18 Einsatzkräfte - 15 Männer und drei Frauen - bereits seit Oktober in der Saarlouiser Wache mitarbeiten. Seitdem gebe es mehr Fahndungserfolge, die Polizeipräsenz sei höher und es wären wieder mehr Streifenwagen unterwegs. "Für die Saarlouiser Inspektion ist die OpE ein echter Gewinn", sagt Zimmer. Auch, weil die Sondereinheit sowohl aus erfahrenen als auch jungen Polizisten bestehe. "Kommissarin Lilia Naumov ist mit 21 Jahren die jüngste Mitarbeiterin in unserer OpE." Sie hat erst im Oktober das Polizei-Studium abgeschlossen. Kommissar Hans-Werner Tilmont ist mit 57-Jahren das älteste Mitglied. Er ist bereits seit 40 Jahren im Dienst.

Christian Zimmer, Leiter der Polizeiinspektion Saarlouis, (links) mit seinen Kollegen aus der OpE Saar 3. Hans-Werner Tilmont (zweiter von links) ist das älteste, Lilia Naumov das jüngste Mitglied. Christian Pörtner (rechts) ist der Leiter OpE der Polizeiinspektion Saarlouis. Foto: Ernst Foto: Ernst

Wann die neuen Spezialkräfte das erste Mal mit ihrer OpE ausrücken, steht noch nicht fest. In Saarlouis seien Einsätze bei der Emmes, beim Public Viewing und am Heiligen Morgen denkbar, erklärt Zimmer. Dann werden die OpE-Mitglieder allerdings in ihrer normalen Uniform über den Markt marschieren - ohne Helm und Maschinenpistole.