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So arbeitet der Krisenstab im Kreis Saarlouis während Corona

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Pandemie im Kreis Saarlouis : Wer in der Krise Entscheidungen trifft

Im Krisenstab des Landkreises Saarlouis kommen Vertreter aus Verwaltung, den Hilfsdiensten und Experten zusammen.

Mehr als 25 Personen in einem Raum? Während der aktuellen Corona-Pandemie eigentlich undenkbar. Doch hier geht es nicht anders: Denn der Krisenstab des Landkreises tagt. Die Sicherheitsvorkehrungen, mit denen der Krisenstab sich selbst regelmäßig befasst, sind natürlich eingehalten: Die Tische stehen im Großen Sitzungssaal im Landratsamt weit auseinander, alle tragen Mundschutz. Persönliches Erscheinen ist wichtig, denn hier wird seit Wochen auf möglichst kurzem Wege über alle wichtigen Vorgänge im Kreis entschieden, Der Krisenstab regelt quasi alle Bereiche des öffentlichen Lebens und setzt auf Landkreisebene die Verordnungen von Land und Bund um. Er ist eine Unterabteilung des Katastrophenschutzes in der Kreisverwaltung und tritt, in unterschiedlicher Besetzung, bei allen Katastrophenarten zusammen, von Bombenfund bis zur aktuellen Pandemie.

Der Landrat ist der Kopf des Krisenstabes, der sich aus einem administrativen Stab und dem operativ-taktischen Stab (OPTA) zusammensetzt; außerdem gibt es drei Stabsleiter, die sich abwechseln. Dem ersten Bereich gehört die Kreisverwaltung an, vertreten sind etwa die Abteilungen BUMA (Bevölkerungs-Informations- und Medienarbeit), Bauen/Immobilien, Innerer Dienst, Öffentliche Sicherheit und Ordnung/Lage und Dokumentation, Umwelt, Soziales und Gesundheitsamt. Dem OPTA-Stab gehören Bundeswehr, DRK, DLRG, Malteser, THW und die Freiwillige Feuerwehr an. Vertreten im Krisenstab sind zudem als Experten die vier Krankenhäuser in Saarlouis, Lebach und Wallerfangen und die Polizei.

Anfangs, Ende Februar, kam der Krisenstab alle zwei Tage zusammen, inzwischen ist es eher ein Mal pro Woche. Auf der Tagesordnung stehen nicht immer nur Berichte aus verschiedenen Bereichen, sondern es werden auch gemeinsame Entscheidungen gefällt. Das war zum Beispiel so, als es um den Aufbau und Standort des Testzentrums ging, aber auch bei der Einrichtung des Bürgertelefons. Die verschiedenen Vertreter bringen dabei ihre Standpunkte ein, letztendlich entscheiden muss aber der Kopf des Krisenstabes. Ein Einsatz-Tagebuch dokumentiert alle Sitzungen und Entscheidungen.

Zunächst gab Landrat Patrik Lauer einen Überblick über die aktuelle Lage, Entwicklung der Fallzahlen, freie Krankenhausbetten. Tagesaktuelles Thema am Donnerstag war die Verteilung der Schutzmasken, die das Land angekündigt hat. Es sollen circa zwei Millionen Masken eintreffen, die frühestens ab Montag über die Kommunen verteilt werden – wie genau, ist den Bürgermeistern überlassen, informierte Lauer, es gibt Bring- und Abholmodelle.

Die Erweiterung der Notbetreuung ist ebenso Thema wie die Situation der Wirtschaft und der Krankenhäuser oder die vielen offenen Fragen zum Start des Schulbetriebs.

Das Covid19-Versorgungszentrum (CVZ), das Not-Krankenhaus, das in der Sporthalle „In den Fliesen“ in Saarlouis aufgebaut wurde, ist zu 90 Prozent fertiggestellt. Nun werden die Betten noch desinfiziert und eingepackt, außerdem erfolgt eine letzte Grundreinigung, erklärte Lauer, dann sei das CVZ „im Stand-by-Betrieb und für die Hilfsdienste steht eine Ruhephase an“. Allerdings habe das Innenministerium bisher keine Atemgeräte für das CVZ bewilligt, Lauer erklärte sein Unverständnis darüber: „Wir beobachten die Fallzahlen ganz genau und werden zur Not auf eigene Faust tätig.“

Es sei übrigens alles geklärt, ergänzte dazu Manfred Klein, Geschäftsführer der Sophienstiftung Wallerfangen, die Träger des Not-Krankenhauses ist, „außer die Frage der Finanzierung“. Die Verträge sind unterzeichnet, doch wer für die Kosten aufkomme, noch unklar.

Das zweite CVZ in Lebach soll „nur noch auf dem Papier“ vorgehalten werden. Das Land habe entschieden, dass es im Kreis nur noch ein CVZ geben müsse. Für den bereits vorbereiteten Standort Lebach bedeutet das, dass er wieder geräumt werde und zwar zum 8. Mai, informierte Lauer.