Sicher und günstig nach Hause

Saarlouis. Rund 2500 Fahrgäste haben im vergangenen Jahr das nächtliche Angebot der Linie N5 genutzt. Dieser Nachtbus fährt um vier Uhr morgens in Saarbrücken am Rathaus ab und über Wadgassen, Bous, Saarlouis, Dillingen, Merzig bis nach Saarhölzbach

Saarlouis. Rund 2500 Fahrgäste haben im vergangenen Jahr das nächtliche Angebot der Linie N5 genutzt. Dieser Nachtbus fährt um vier Uhr morgens in Saarbrücken am Rathaus ab und über Wadgassen, Bous, Saarlouis, Dillingen, Merzig bis nach Saarhölzbach. Die Nachtbusse fahren seit Januar 2010 jeweils in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag sowie in den Nächten vor Feiertagen.Die Linie N5 wird freitagnachts deutlich stärker genutzt als samstags, sagt der Betreiber, die Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis (KVS). Im Schnitt sitzen freitags in jedem Nachtbus 26 Fahrgäste, samstags sind es 17. Vor Feiertagen liegt die Zahl der Passagiere meistens dazwischen.

"Die Nachtbuslinie wird überraschend gut angenommen", freut sich Silvia Paulus, Sprecherin der KVS. "Wir hätten zwar gedacht, dass unterwegs mehr Leute zusteigen, nicht nur in Saarbrücken." Das wundert aber nicht, wenn man sich die Struktur des Nachtlebens ansieht. "Die allermeisten Fahrgäste steigen in Saarbrücken ein, unterwegs sind es nicht mehr so viele, die zusteigen", erzählt Paulus. "Ab und an steigt noch jemand auf den Dörfern ein, einige noch am Kleinen Markt."

Immerhin 56 Fahrgäste haben 2011 um 4.40 Uhr die Linie N5 vom Kleinen Markt aus genutzt. Die letzten regulären Linienbusse der KVS fahren freitagsnachts gegen ein Uhr, dazwischen fahren nur Taxis. "Freitags wird auch das reguläre Netz seit Jahren schon stärker nachgefragt", weiß Paulus.

Ein paar Wackere fuhren im vergangenen Jahr sogar die ganze Strecke von Saarbrücken bis Saarhölzbach mit. Fast alle Fahrgäste steigen jedoch vorher aus, die meisten in Saarlouis (315), Dillingen (200) und Merzig (200). Beliebte Haltestellen zum Aussteigen sind außerdem Schaffhausen, Bous Bahnhof, Ensdorf Kirche, Hauptbahnhof Saarlouis und Beckingen.

In den Nachtbussen gab es übrigens bisher keine besonderen Zwischenfälle, sagt Paulus, "es ist überraschend ruhig". Am Anfang sei außer dem Fahrer auch immer noch ein Busbegleiter an Bord gewesen, es habe sich jedoch gezeigt, dass dazu keine Notwendigkeit bestehe - "Im Gegensatz zu den Spätfahrten freitagsabends in Saarlouis, da ist das Sicherheitspersonal leider notwendig", meint die KVS-Sprecherin. Eine Befragung nach der Alterstruktur der Fahrgäste gab es bisher noch nicht. Von den Fahrern weiß Paulus aber, dass es "nicht die ganz Jungen" im Nachtbus sind, eher die "Mitte bis Ende 20-Jährigen".

Zwei weitere Nachtbuslinien bedienen den Kreis: Die N4 fährt von Saarbrücken über Lebach nach Schmelz, diese Linie nutzten rund 4500 Menschen. Die N6 fährt um 4.05 Uhr von St. Wendel nach Lebach, sie nutzten rund 3000 Fahrgäste.

Das Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr hat mit dem Saarländischen Verkehrsverbund (saarVV) ein saarlandweites Nachtverkehrskonzept entwickelt. Insgesamt sind saarlandweit sieben Nachtbuslinien zwischen drei und 5.30 Uhr unterwegs. Rund 20 000 Fahrgäste wurden mit diesen bisher befördert. Die Fahrt kostet innerhalb eines Landkreises zwei Euro, darüberhinaus vier Euro.

saarvv.de/nachtbusse

"Es gab keine Probleme,

es ist überraschend ruhig im Bus."

Silvia Paulus, KVS

Meinung

Das Konzept geht gut auf

Von SZ-RedakteurinNicole Bastong

Nachtbusse sind ein echtes Erfolgsprojekt. Rund 20 000 Fahrgäste im Saarland und allein 2500 auf der Strecke Saarbrücken, Saarlouis, Merzig - das übertraf alle Erwartungen. Der günstige Fahrpreis spielt dabei sicher auch eine Rolle, und das zu einer Uhrzeit, zu der außer Taxis nichts mehr fährt.

Sieben Nachtbuslinien verkehren wochenends im Saarland, drei im Landkreis Saarlouis. Foto: B&B.

Der Bedarf an einem nächtlichen Transportmittel ist also da; das Konzept, gerade junge Leute vor Alkoholfahrten zu bewahren, scheint aufzugehen. Umso wichtiger ist es, dass der Nachtbus zur festen Einrichtung wird, und dass es in den einzelnen Landkreisen auch ergänzende Angebote gibt.