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Filmsaal: Selbst das Popcorn fehlt nicht im Kinosaal

Filmsaal : Selbst das Popcorn fehlt nicht im Kinosaal

Das Saarlouiser Max-Planck-Gymnasium hat nun einen neu gestalteten Kinosaal mit 32 Plätzen — dank großer Eigenleistung der Schüler.

Gedränge im Innenhof des Saarlouiser Max-Planck-Gymnasiums: Eine rote Tür steht halboffen, auf ihr ein Schild „Cinemax“, ein blaues Band mit Schleifchen umrahmt sie. Und alle wollen hinein: Feierliche Einweihung des Filmsaals! Aber dieser fasst nur gerade mal 32 Personen – und dann herrscht schon eine wohlige Enge. So geht es eben nur nacheinander im Gänsemarsch hinein, drin eine Ehrenrunde und dann wieder hinaus. Rotes Flatterband zeigt den Weg.

Innendrin rote bequeme Kinosessel, an der Decke und am Boden Lichterbänder, dimmbar und in verschiedenen Farben steuerbar. Vorne derzeit noch in einem Rolltisch die Technik, knapp davor die „Leinwand“, eine weiße Mauer. Und an den Seitenwänden ragt die imposante Skyline mächtiger Wolkenkrater empor – das Werk von Esther Demmer-Bentoua und ihrem Kunstkurs.

Landrat Patrik Lauer ist baff. Er gehört zu den ersten, die das Meisterwerk Filmsaal begutachten dürfen. Ein Schmunzeln huscht über sein Gesicht, als er bei seinem Rundgang von Schülersprecher Michel Ludewig und dessen Stellvertreterin Vanessa Meiert einen Becher voll Popcorn in die Hand gedrückt bekommt – ganz so wie im richtigen Kino. „Toll gemacht“, schwärmt der Landrat. Dabei haben er und seine Verwaltung ganz wesentlich an dem Projekt mitgewirkt. Rund 5000 Euro hat der Landkreis locker gemacht, weitere 1500 Euro hat der Förderverein der Schule beigesteuert. Aber was die Schüler mit Hilfe von Fremdfirmen und Sponsoren aus dem Geld gemacht haben, reißt ihn doch vom Hocker. Partizipation heißt das Leitbild des Landkreises in Sachen Schule, und hier sieht der Landrat den Begriff Beteiligung optimal umgesetzt.

Dennoch – es war ein weiter Weg vom alten Filmsaal zum neuen Cinemax. Die unbequeme Holzbestuhlung verhinderte zwar erfolgreich ein Einschlafen der Schüler, machte in Verbindung mit viel zu kurzen Lehnen aber auch ein längeres Sitzen und damit auch ein konzentriertes Arbeiten unmöglich. Licht an oder Licht aus – Film schauen und gleichzeitig schreiben war im Grunde nicht wirklich möglich. Auch die Lüftung funktionierte nicht richtig, was sich keineswegs positiv auf die Leistungsfähigkeit der Schüler auswirkte.Und auch das übrige Ambiente war alles andere als stimulierend.

Das alles war der Schülervertretung ein Dorn im Auge. Vor allem Schülersprecher Michel Ludewig (17) und seine Stellvertreterin Vanessa Meiert sannen auf Abhilfe.

Gesagt – getan: Michel Ludewig telefonierte auf der Suche nach alten Kinosesseln quer durchs Saarland und wurde fündig. Das Saarlouiser Capitol spendierte sie kostenlos, ebenso wie Popcorn zur Einweihung. Und auch die meisten Handwerksfirmen, die die Umbauarbeiten bewerkstelligten, kamen den Schülern bei Dienstleistung und Material preislich entgegen. Auch Hausmeister Peter Hiery half tatkräftig mit. Nach knapp vier Monaten harten Rackerns war das Wunder vollbracht: Der alte Filmsaal strahlte in voller Pracht. Stolz präsentierten Michel Ludewig und Vanessa Meiert Schülern und Lehrer nun ihren neuen Cinemax. Und auch die waren wie der Landrat und die übrigen Gäste beeindruckt. „Das Projekt ist ein wunderbares Beispiel für die Wirksamkeit der Mitarbeit der Schülermitverantwortung in der Schulgemeinde“, schwärmte auch Schulleiter Christian Lanyi. „Wenn Schüler positive Veränderungen anstoßen wollen, treffen sie hier bei allen Instanzen auf offene Ohren“, erklärte der Schulleiter, als er dem Schulträger und der Elternschaft sowie alle anderen Unterstützern, an der Spitze das Saarlouiser Capitol, dankte.