Schulstandort Bous bleibt

Bous nach Wadgassen, Ensdorf nach Schwalbach – so lässt sich der Kreistagsbeschluss zu Standorten von Gemeinschaftsschulen vom Donnerstagabend zusammenfassen. Das heißt auch das Aus für Differten.

"Die Marie-Curie-Schule Bous-Ensdorf wird (…) ab Beginn des Schuljahres 2015-2016 mit der Bisttalschule Wadgassen zu einer Schule mit zwei Standorten zusammengelegt. Der Standort Wadgassen-Differten wird spätestens zum Ende des Schuljahres 2016-2017 aufgegeben." So hat es der Kreistag am Donnerstagabend mit großer Mehrheit entschieden (wir berichteten). Dazu gehört, dass die Schüler aus Ensdorf künftig nach Schwalbach gehen sollen.

Nicht nur in Wadgassen - siehe beigestellten Text und Demonstration Freitagmorgen bei Schulbeginn in Differten - stieß dieses Vorhaben der Kreisverwaltung auf Ablehnung. Klaus Kessler von den Grünen und Dietmar Bonner, Linke, widersprachen. Bonner eher grundsätzlich, weil im Schulbereich nicht gespart werden dürfe. Kessler kritisierte Zeitpunkt und Vorgehensweise. Die neue Schulform Gemeinschaftsschule hätte längere Zeit verdient gehabt, ehe man über das Schicksal einzelner Standorte entscheide. Außerdem hätten Personalrat und Schulkonferenz der Bisttalschulen und Gemeinderat Wadgassen in die Entscheidung einbezogen werden müssen.

Landrat Patrik Lauer hielt beiden entgegen, dass es nicht um Landes- oder Gemeinde-, sondern um Kreisbelange gehe. Und da habe die Abwägung dreier Szenarien zu diesem Ergebnis geführt. Das erste, die Schließung der Bouser Schule, sei nicht in Frage gekommen. Und bei der Abwägung, ob mit Wadgassen oder mit Schwalbach zusammengelegt werden solle, sprächen die Fakten für Bous-Wadgassen. SPD und CDU trugen den Verwaltungsvorschlag mit. Für die Mehrheit ist dafür auch ein gewichtiger Grund, dass außer in Ensdorf in jeder Kommune des Kreises der Abschluss an einer weiterführenden Schule möglich bleibe. Andreas Kiepsch, CDU , erklärte, dass der Beschluss vernünftig sei, als Wadgasser werde er sich aber enthalten. Oswald Kriebs, SPD , warf Kessler Populismus vor, der Grüne argumentiere wider besseres Wissen. Wadgassens Bürgermeister Sebastian Greiber kritisierte es am Freitag als nicht nachvollziehbar, dass mit Differten "ein gut funktionierender Standort aufgegeben" werde. Die Bisttalschule müsse "die Quittung dafür zahlen", dass es der Landkreis "nicht geschafft" habe, die Bouser Schule zu einem attraktiveren Standort zu entwickeln. "Im Sinne unserer Kinder und Eltern in Wadgassen " sei die Zusammenlegung jedenfalls nicht.

Die Wadgasser Grünen nannten die Entscheidung einen "harten Schlag" für Differten. Unklar sei, sagte Grünen-Fraktionschef Adriano Pitillo, ob nach Aufgabe des Schulstandorts Differten Folgekosten für die Instandhaltung des Gebäudes auf die Gemeinde Wadgassen zukommen. Die Wadgasser Linke äußerte Verständnis "für die schlechte bis aufgebrachte Stimmung bei den Eltern und Schülern". Die Kreistagsmehrheit habe eine Rücksprache mit den Betroffenen offenbar "nicht nötig".