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Schulen im Kreis Saarlouis bleiben

Schulen im Kreis Saarlouis bleiben

Kreis Saarlouis. Keine Schulschließungen bis mindestens 2016/2017 - die Botschaft des Saarländischen Bildungsministers Klaus Kessler (wir berichteten) gilt auch für den Landkreis Saarlouis. In der Debatte um die Änderung des Schulordnungsgesetzes und die Einführung der Gemeinschaftsschule war es zu Verwirrung (und Angst) um "gefährdete Standorte" gekommen

Kreis Saarlouis. Keine Schulschließungen bis mindestens 2016/2017 - die Botschaft des Saarländischen Bildungsministers Klaus Kessler (wir berichteten) gilt auch für den Landkreis Saarlouis. In der Debatte um die Änderung des Schulordnungsgesetzes und die Einführung der Gemeinschaftsschule war es zu Verwirrung (und Angst) um "gefährdete Standorte" gekommen.Die Elterninitiative für Bildung hatte nach eigener Berechnung auch gefährdete Standorte im Landkreis Saarlouis ins Spiel gebracht. Die Erweiterten Realschulen (ERS) Bous-Ensdorf, Lebach, Saarlouis I, Saarwellingen und Wallerfangen seien zum Schuljahr 2016/17 auf Grund zu erwartender Schülerzahlen in ihrer Existenz bedroht.

Dem widerspricht Erik Harms, Pressesprecher des Bildungsministeriums, und verweist auf die Richtigstellung des Ministers. Aus bisherigen Prognosen zur Entwicklung der Schülerzahl an Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen lasse sich nicht mehr errechnen, wie viele Schüler sich künftig an einer Gemeinschaftsschule anmelden werden. Jene könne im Gegenteil dazu beitragen, auch kleinere Standorte zu erhalten, denn der Entwurf des neuen Gesetzes sieht neue Mindestvoraussetzungen für den Schulbestand vor. Für weiterführende Schulen soll nicht mehr wie bisher die Dreizügigkeit gelten, sondern die Zahl von mindestens 250 Schülern (Gemeinschaftsschulen, Klassen fünf bis neun). Für Grundschulen soll demnach übrigens nicht die Zweizügigkeit maßgeblich sein, sondern die Gesamtschülerzahl von 80 in den Klassen eins bis vier.

Alle zwölf Erweiterten Realschulen und zwei Gesamtschulen im Landkreis Saarlouis werden nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes ab dem kommenden Schuljahr zur Gemeinschaftsschule. Das bestätigt der Kreisbeigeordnete Stefan Rech, und er spricht sich "für ein Ende der Spekulation" aus. Tatsächlich würden die ERS Bous/Ensdorf, Lebach, Saarwellingen und Wallerfangen zwar mittelfristig "an der 250-Schüler-Marke" kratzen. Allerdings sei dabei nicht berücksichtigt, wie sich die Schülerzahl durch die neue Schulform und die Einführung der Oberstufe verändere. Von einer Gefährdung könne daher keine Rede sein.

Dies unterstreicht Harms: Dass die Oberstufe an der neuen Gemeinschaftsschule die "Struktur der Schülerströme" gleichmäßiger verteile und so für Standort-Sicherheit sorge, sei das erklärte Ziel der Reform.

Fünf Jahre sollen die Schulen Zeit haben, die "integrierte Schulentwicklung" zu etablieren. Reiche die Schülerzahl dann nicht aus, bedeute das aber immer noch nicht zwingend die Schließung. Möglich seien eventuell Dependance-Lösungen. Der Kreisbeigeordnete Rech betont: "Im Gesetzesentwurf steht zudem klar, dass es nur im Einvernehmen mit dem Schulträger zu Schließungen kommen könne." Die zusätzliche Instanz bedeute ein Bekenntnis zur Erhaltung der Standorte und schließe ein "Vorgehen wie bei den Grundschul-Schließungen" aus.

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Von SZ-RedakteurMathias Winters

Wir wollen keine weitere Verunsicherung": Solch eine Aussage von Minister Klaus Kessler oder der aktuellen Verwaltungsspitze des Landkreises klingt legitim. Sie darf aber kein Anlass sein, mit Informationen hinterm Berg zu halten. Auch eine Schelte für diejenigen, die besorgt nachfragen, verbietet sich.

Wir Eltern haben genug Erfahrungen mit dem bildungs- und kultuspolitischen Wahnwitz "an Schülern experimentieren" und "an Jugend forschen". Kaum einer hat je erlebt, dass von Klasse eins des ältesten Kindes bis zur Abschlussfeier des jüngsten die Schule zuverlässig blieb, was sie war - und dabei geht es nicht um Wohnortwechsel oder Rechtschreibreform.

Im Kreis Saarlouis sind keine Schul-Standorte gefährdet. Foto: dpa

Aufklärungs- und Informationspflicht liegen beim Ministerium. Das muss klare Worte sprechen und sauber argumentieren. Sonst bleibt der Eindruck bestehen, dass viel zu oft viel zu viele schulpolitische Säue durchs Dorf getrieben werden.