Schulbauten kennen keine Ferien

Saarlouis · Die Ferienzeit wird bevorzugt genutzt, um an den Schulen im Kreis Saarlouis Arbeiten auszuführen. So stehen auch in diesem Jahr wieder Renovierungen, Modernisierungen und sogar Neubauten an.

 Die umfangreichste und teuerste Schul-Baustelle ist die Martin-Luther-King-Schule in Saarlouis.

Die umfangreichste und teuerste Schul-Baustelle ist die Martin-Luther-King-Schule in Saarlouis.

Die freien Wochen im Sommer werden genutzt, um Bau- und Renovierungsarbeiten an Unterrichtsgebäuden und Turnhallen durchzuführen. "Wir versuchen, die Ferien in die Bauzeit mit reinzunehmen", sagt der stellvertretende Bauamtsleiter Dirk Apitz, "sodass die lärmintensiven Sachen nicht in die Schulzeit fallen."

Das größte Projekt im Kreis Saarlouis ist der Bau einer neuen barrierefreien Turnhalle an der Martin-Luther-King-Schule in Fraulautern. Rund 1,1 Millionen Euro sind etwa die Hälfte der Gesamtkosten für laufende Baumaßnahmen an Schulen. Fertiggestellt wird der Bau allerdings erst im kommenden Jahr - voraussichtlich im Februar.

An der Sophie-Scholl-Gemeinschaftsschule in Dillingen läuft der vierte Bauabschnitt, um einen weiteren Bereich für die Ganztagsschule herzurichten. "Da wurden ganze Etagen umgebaut, Räume werden angepasst und verändert", beschreibt Apitz. Diese Arbeiten für rund 300 000 Euro sollen bis Oktober abgeschlossen sein. Ein Thema, das an mehreren Schulen eine Rolle spielt, ist der Brandschutz . Das Saarlouiser Robert-Schuman-Gymnasium (RSG) bekommt Brandschutztüren. "Da werden Treppenräume abgetrennt", erklärt Apitz, und erläutert die Herausforderung: "Das soll schön aussehen und den Schulbetrieb nicht behindern." Zusätzlich wird am RSG die elektroakustische Anlage umgebaut, mit der Durchsagen gemacht werden. Ebenfalls Brandschutz-Arbeiten stehen an der Schule am Römerkastell Dillingen und am Johannes-Kepler-Gymnasium in Lebach an. Hier wird zudem der Schulhof gestaltet.

An der Theeltal-Schule Lebach wird das Foyer umgebaut, an der Saarlouiser Gemeinschaftsschule in den Fliesen finden Pflasterarbeiten im Treppenturm statt. Über neue Sanitäranlagen in der Turnhalle können sich Schüler der Kettelerschule Schmelz freuen. Am Max-Planck-Gymnasium in Saarlouis wird die Heizungsverteilung erneuert und am Kaufmännischen Berufsbildungszentrum in Dillingen der Turnhallenboden.

An der Gemeinschaftsschule Wadgassen-Bous wird ein Raum umgebaut, an der Küche und am Flachdach gearbeitet, außerdem an der Verdunkelung und der Lüftungsanlage in der Chemie. Am Technisch-Gewerblichen und Sozialpflegerischen Berufsbildungszentrum (TGSBBZ) Saarlouis in der Bachstraße werden die Fassade der Turnhalle teilsaniert und die Fernwärmeleitung zurückgebaut. Zu den kleineren Projekten des Kreisbauamts zählen Malerarbeiten an der Schule am Litermont in Nalbach, ein Büroumbau am BBZ Lebach und diverse Sanierungsarbeiten am TGSBBZ Saarlouis .

"Die kleinen Projekte werden in der Regel in den Ferien fertig sein", sagt Apitz. Mit der baldigen Fertigstellung rechnet er bei Bodenbelagarbeiten an der Förderschule Wadgassen und der Akustikdecke im Flur der Waldschule Saarwellingen sowie bei der Neugestaltung von drei Klassenräumen an der Schule an der Waldwies Saarwellingen und bei Bodenbelagarbeiten am TWG Dillingen.

Etwas länger müssen sich die Schüler etwa am KBBZ Saarlouis gedulden. Der vierte Bauabschnitt der Fenstererneuerung soll im Oktober fertiggestellt werden. Eine Dämmung der Fenster erhält die Johannes-Gutenberg-Schule Schwalbach, außerdem wird an der Lehrküche gearbeitet. Ebenfalls neue Fenster bekommen das Saarlouiser Gymnasium am Stadtgarten und das Geschwister-Scholl-Gymnasium Lebach. Hier werden außerdem Funktionsräume umgebaut und der Schulhof gestaltet, allerdings bis September.

"Die groben Arbeiten sind erledigt", sagt Apitz, "da muss nur noch Beiputz gemacht werden. Das wird in den freien Klassen oder nachmittags erledigt." Auch die Arbeiten am Flachdach sowie den Chemieräumen des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Dillingen dauern noch bis Oktober.

Meinung:

Doppelte Rendite winkt

Von SZ-Redakteur Mathias Winters

Bei allem Klagen über leere Kassen, kommunale Notlagen und nicht selten Horrorszenarien: In höchst erfreulicher Regelmäßigkeit dürfen wir über einen Sommerklassiker berichten. Immer in den großen Ferien nutzt die Bauverwaltung des Landkreises die Zeit leerer Klassenräume und Sporthallen für Sanierungen, Reparaturen, Um- und Neubauten.

Die Maßnahmen sind oft so umfangreich, dass die sechs Wochen Abwesenheit von Schülern und Lehrern nicht reichen, aber vieles wird in dieser Zeit abgeschlossen. Jahr für Jahr ein kleines Konjunkturprogramm für die hiesige Bauwirtschaft.

Dabei winkt doppelte Rendite. Die erste: Viele energetische Sanierungen bezahlen sich im Laufe der Jahre quasi selbst. Kaum weniger wichtig die zweite: Ordentliche äußere Bedingungen für die Schüler und Lehrer - auch das trägt zu gutem Unterricht bei.