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Schu will hoch hinaus

Pascal Schu in seinem Element. Seit mehr als 17 Jahren ist der 39-jährige Saarländer im Fallschirmsport. Foto: Michael Axmann
Pascal Schu in seinem Element. Seit mehr als 17 Jahren ist der 39-jährige Saarländer im Fallschirmsport. Foto: Michael Axmann FOTO: Michael Axmann
Saarlouis. Pascal Schu aus Saarlouis startet ab diesem Samstag bei der Fallschirmspringer-WM in Kanada. Im Einzel und mit der deutschen Nationalmannschaft. Seit 17 Jahren springt Schu mit dem Schirm. Sebastian Zenner

Pascal Schu aus Saarlouis will hoch hinaus. Tausende Meter hoch, um genauer zu sein. Der 39-Jährige ist Fallschirmspringer und nimmt als solcher mit der deutschen Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft teil, die zwischen diesem Samstag und dem 27. August in Farnham/Kanada stattfindet. Als Vierter der letzten Deutschen Meisterschaft qualifizierte sich Schu für den A-Kader der Nationalmannschaft. Für den Saarländer ist es nach 2012 und 2014 bereits die dritte WM-Teilnahme.


"Es handelt sich um die Kategorie Canopy Piloting. Umgangssprachlich wird sie auch Swooping genannt", erklärt Schu, der seit 17 Jahren im Fallschirmsport - seit zehn Jahren hauptberuflich - tätig ist und die Entwicklung dieser Sportart im Saarland wesentlich vorangetrieben hat. Schu leitet zusammen mit Markus und Helmut Bastuck das Fallschirmsportzentrum Saar (FSZ) in Wallerfangen-Düren. Außerdem ist er Geschäftsführer der Fallschirmsportschule Saar.

Beim Canopy Piloting werden kleine und agile Hochleistungsfallschirme durch eine Drehung in 200 bis 350 Metern Höhe beschleunigt. Die so aufgenommene Geschwindigkeit überträgt der Springer in einen langen Gleitflug. Je nach Windstärke erreichen die Sportler knapp über der künstlichen Wasseroberfläche, über der die Wettbewerbe zumeist stattfinden, Geschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde. Unterteilt sind die Wettkämpfe in die Wertungen Distanz, Genauigkeit und Geschwindigkeit.

Seinen größten Erfolg feierte Pascal Schu, der in Kanada sowohl in der Einzelwertung als auch in der Teamwertung an den Start gehen wird und seit 2012 Mitglied der deutschen Nationalmannschaft ist, dieses Jahr: Bei den "Pink Open" in Tschechien, einer Art Weltcup-Veranstaltung, schaffte er den Sprung unter die besten 20 von 80 Teilnehmern. "Das war für mich ein Riesenerfolg", sagt Schu, der sich in Kanada vor allem in der Teamwertung etwas ausrechnet und erklärt: "Alle Springer, die in der Einzelwertung vor mir standen, sind Profis, die sonst nichts anderes machen. In anderen Ländern wird unsere Sportart auch mehr gefördert." Dabei misst er dem Fallschirmspringen ein ähnliches Aufmerksamkeits-Potenzial zu wie dem Skispringen, das es durch sportliche Aushängeschilder, Sponsoren und mediale Unterstützung dauerhaft in das sportliche Bewusstsein der Deutschen geschafft hat: "Gerade für junge Menschen bringt unsere Sportart sicher eine gewisse Faszination mit sich", meint Schu.

Die Faszination, die ihn vor 17 Jahren packte, ließ ihn etwa 4000 Fallschirmsprünge absolvieren. "Bisher ging es immer gut", sagt er. Lediglich im Trainingslager in Dubai 2015 verletzte er sich bei der "Vorwärtsfahrt" wegen einer Unebenheit am Boden an einem Wirbel. Die Tausende Meter Luftweg scheinen für ihn sicherer zu sein als der harte Untergrund. Kein Wunder, dass Pascal Schu immer wieder aufs Neue hoch hinaus will.