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Sauna-Angebot im Kreis schrumpft

Rehlingen. Wenn die Sauna in Rehlingen schließt, verbleiben im Kreis Saarlouis nur noch zwei Anlagen – beide sind in kommunaler Hand: die Saunalandschaft Differten der Bäderbetrieb Wadgassen GmbH und die Sauna im Aqualouis der Wirtschaftsbetriebe Saarlouis GmbH. Laura Blatter

Schlechte Nachrichten für Sauna-Fans im Kreis Saarlouis : Die Sauna Trewa-Insel in Rehlingen schließt zum 30. April. Das Geschäft ist für ihn als Privatmann einfach nicht mehr rentabel, erklärt Betreiber Thomas Walter. Die Gründe hierfür sind vielfältig, teilt er auf Anfrage unserer Zeitung mit.

"Zum einen liegt es an den massiv gestiegenen Strompreisen. Der Sauna-Betrieb ist nun einmal ein sehr energieintensives Unternehmen. Wir haben fünf Saunen, ein römisches Dampfbad und einen beheizten Außenpool, da kommt einiges zusammen", sagt der Geschäftsmann.

Gemeinsam mit seinem Bruder Klaus eröffnete Thomas Walter den Sauna-Betrieb im Jahr 1998 , "damals waren die Strompreise noch viel niedriger. Die ersten zehn Jahre hat sich das Geschäft gerechnet." Doch die letzten drei bis vier Jahre wurde der Kostendruck immer höher. Grund dafür ist auch eine sich verschärfende Konkurrenzsituation. "Als wir angefangen haben, waren wir hier im Umkreis die einzige große Sauna-Anlage. Dann kam das Bad in Merzig dazu. Später das Calypso in Saarbrücken, das Aqualouis in Saarlouis und schließlich die Saarlandtherme in Rilchingen", meint Walter. Die kommunalen Bäder würden zudem Preise aufrufen, "da kann ich als Privatmann nicht mithalten".

Zu allem Übel würde durch "ein milderes Klima" die Sauna-Saison immer kürzer. "Wenn wir im November noch 20 Grad haben, geht niemand saunieren", sagt Walter. Doch was der Trewa-Insel letztendlich das Genick gebrochen hat, ist die geplante Mehrwertsteuer-Erhöhung von bisher ermäßigten sieben Prozent auf 19 Prozent. Nach der dezeitigen Planung soll die Änderung am 1. Juli in Kraft treten. "Um das zu kompensieren, müsste ich die Erhöhung direkt auf den Saunabesucher umlegen. Auf die derzeit 17 Euro für drei Stunden kämen dann noch mal rund drei Euro drauf. Dann wäre ich viel zu teuer und die Gäste nicht bereit, diesen Preis zu bezahlen. Das ist unser Todesstoß", erklärt Walter.

Den Mitarbeiter - neun Festangestellte und 25 Aushilfen - musste Walter kündigen: "Ich konnte sie leider nicht in anderen Bereichen übernehmen. Ich kann ja eine Masseurin oder einen Koch nicht in einem Fitnessstudio unterbringen."

Was mit der Anlage passieren wird, ist noch unklar. Walter dazu: "Mein Ziel ist es, zu verkaufen. Das Holzhaus ist schön am Waldrand gelegen, das kann man sicherlich vielfältig nutzen, zum Beispiel im Gastronomiebereich oder als Seniorenzentrum."

Eine Botschaft ist Walter aber wichtig: "Wir schließen nur einen unrentablen Bereich. Unser Fitnessstudio und die Bowlingbahn bleiben davon unberührt, da geht der Betrieb ganz normal weiter." Dass Bäder kommunale Zuschuss-Betriebe sind, ist kein Geheimnis. Doch wie sieht es mit den Saunen aus? Wie gehen die Anlagen im Kreis mit den gestiegenen Kosten um?

"Die Sauna im Aqualouis ist gut ausgelastet, wir zählen zwischen 40 und 100 Besucher pro Tag", erzählt Thomas Klein, Betriebsleiter der Wirtschaftsbetriebe Saarlouis GmbH. Eröffnet hat die Saunalandschaft im Jahr 2010 und "passt zur Größe des Bades". Eine Tageskarte kostet 15 Euro, für drei Stunden muss man elf Euro berappen. Über gestiegene Strompreise kann Klein nicht klagen, "denn wir verfügen seit 2012 über ein Blockheizkraftwerk und produzieren Heizenergie und Strom selbst".

Preiserhöhungen gut möglich

Mit der geplanten Mehrwertsteuer-Erhöhung wird sich der Aufsichtsrat noch vor den Sommerferien - im Juni oder Juli - beschäftigen. "Wir werden dem Rat vorschlagen, die Mehrwertsteuer eins zu eins an die Besucher weiterzugeben", sagt der Betriebsleiter.

Für Klein ist es "generell keine Vorgabe, dass ein kommunaler Bäderbetrieb eine Sauna anbieten muss. Wir haben uns aber bewusst dazu entschieden, noch mal eine Sauna aufzubauen, weil es eben auch die Nachfrage dafür gab." Ob der Betrieb rentabel oder ein Zuschuss-Geschäft ist, darüber wollte sich Klein nicht äußern.

"Kein Konkurrenz-Druck"

"Unsere Sauna läuft gut bis sehr gut", sagt Toni Schneider, Chef der Bäderbetrieb Wadgassen GmbH. Denn "der Betrieb läuft auf 0, trägt sich also". Gut 50 Gäste pro Tag zählt die Anlage in Differten. Schneider glaubt, mit der Saunalandschaft eine gewisse "Nische" besetzt zu haben. "Wir bieten eine Sauna der Sinne in besonderem Ambiente am Waldrand. Mit unseren Außensaunen - darunter eine finnische und eine Klangschalen-Sauna - zielen wir vor allem auf Entspannung ab."

Daher spüre man "in der näheren Umgebung auch keinen Konkurrenz-Druck". Eine Tageskarte kostet derzeit 18 Euro, drei Stunden gibt's für zwölf Euro, der Eintritt ins Hallenbad ist inklusive. "Problematisch" sieht Schneider die angekündigte Mehrwertsteuer-Erhöhung. "Wir haben 2013 neue Preise gemacht, die so von den Gästen akzeptiert wurden. Jetzt müssen wir wieder neu über die Tarife sprechen. Ob wir die Erhöhung eins zu eins weitergeben, wissen wir noch nicht", erklärt Schneider. Der Aufsichtsrat tage dazu in der kommenden Woche.

Dass eine Gemeinde das Angebot einer Sauna vorhält, befindet der Betriebsleiter für wichtig: "Wenn das kein Minusgeschäft ist, wieso sollten wir dann schließen? Wir müssen unseren Bürgern etwas bieten. Wenn wir alles zumachen, will hier niemand mehr wohnen", gibt er zu bedenken.