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Saarland-Open
Sandplatzturnier um die Saarland Open

Tristan Méraut aus Frankreich siegte 2017 auf dem Center Court in Saarlouis.
Tristan Méraut aus Frankreich siegte 2017 auf dem Center Court in Saarlouis. FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. Am Sonntag startet das hoch dotierte Turnier des Internationalen Tennisverbandes in Saarlouis. Von David Benedyczuk

„Ganz großes Tennis“ – darauf dürfen sich die Besucher ab diesem Sonntag auf der Tennisanlage am Saarlouiser Stadtgarten freuen. Tennisprofis aus aller Welt schwingen beim Internationalen Weltranglisten-Turnier um die Saarland Open acht Tage den Schläger, um bis nächsten Sonntag den Sieger bei der Sandplatz-Veranstaltung des Tennisweltverbands ITF zu ermitteln. Die International Tennis Federation bietet abseits der bekannten ATP-Turniere, die von der Vereinigung der Profi-Tennisspieler im Rahmen der World Tour organisiert werden, eine ebenfalls weltumfassende Turnierserie, der die Saarland Open nun zum fünften Mal in Folge angehören. Von 2014 bis 2016 waren beim Turnier des Saarlouiser Tennisclubs Blau-Weiß 10 000 US-Dollar Preisgeld ausgelobt. Diesmal geht es wie im Vorjahr um 15 000 Dollar Prämie, wovon der Saarland-Open-Sieger 2160 Dollar einstreicht. Dazu entfallen auf den Gewinner 18 Punkte für die ATP-Weltrangliste. „Diese Turniere der sogenannten ITF-Future-Tour dienen als Sprungbrett für die besten Tennis-Nachwuchsprofis“, umschreibt Fred Becker, der Vorsitzende des gastgebenden STC Blau-Weiß, den Stellenwert der Veranstaltung.


2017 wurden in Deutschland nur 15 dieser ITF-Turniere ausgespielt, 13 davon in der untersten 15 000er-, zwei in der 25 000er-Kategorie. Dieses Jahr stehen 16 ITF-Turnier im Bundesgebiet auf dem Plan. Das Vorjahresfinale bei den Saarland Open war eine rein französische Angelegenheit: Tristan Meraut bezwang seinen Landsmann Alexis Gautier nach 74 Minuten mit 6:3, 6:4. Damals hatten sich im Vorfeld über 400 Tennisspieler um eine Teilnahme beworben. Die Finalisten zählten dabei zu den ungesetzten Spielern und hatten zuvor die Mühlen der Qualifikation durchlaufen. Diese ist bei der diesjährigen Auflage für Sonntag und Montag angesetzt. Nach der Auslosung erfolgt am Dienstag der Startschuss zu den Konkurrenzen im Herren-Einzel und –Doppel. Im Einzel sind die 18 bestplatzierten Spieler der Weltrangliste für die erste Hauptrunde gesetzt. Angeführt wird das Tableau vom Mannheimer Elmar Ejupovic, der als 402 der Weltrangliste nach Saarlouis reist. Ihm folgen Jonathan Kanar aus Frankreich als 515., der Ukrainer Artem Smirnov als 538 sowie der Bielefelder Louis Wessels als 563 der Tennis-Welt. Wobei das Vorjahr unterstreicht, dass in diesen Sphären die Leistungsstärke dicht beisammen liegt, denn Finalist Gautier ist als 867. des ATP-Rankings in Saarlouis „nur“ an Position 15 gesetzt.

Laut des TC-Vorsitzenden Becker ist der Chilene Nicolas Jarry „ein Paradebeispiel“, welchen Weg die in Saarlouis aufschlagenden Profis mal einschlagen könnten. Der 22-Jährige war 2014 der erste Saarland Open-Sieger – inzwischen steht Jarry auf Rang 66 der Tennis-Welt. 2017 gewann er drei ATP-Challenger-Turniere, erreichte heuer das Finale beim ATP-Turnier in Sao Paulo und das Doppel-Viertelfinale bei den French Open. Beim Grand-Slam-Turnier in Paris unterlag er mit Partner Maximo Gonzalez (Argentinien) den späteren Roland-Garros-Siegern Nicolas Mahut und Pierre-Hugues Herbert (Frankreich) knapp mit 4:6, 6:7. „Das ist schon eine Hausnummer und deutet an, auf welches Niveau sich die Besucher der Saarland Open einstellen können“, sagte Becker am Freitag – und verwies darauf, dass in der Organisation akribisch gearbeitet wurde: „Wir sind heute schon startklar – ganz nach dem Motto: Vorbereitung schafft Sicherheit.“ Im Vorjahr verfolgten über 2500 Zuschauer das Turnier. Wie viele es diesmal werden, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass sie mit Milan Welte vom TZ Sulzbachtal zumindest ein saarländisches Tennis-Talent im Hauptfeld begutachten dürfen. Der 17-jährige Schwalbacher erhielt eine von vier „Wild Cards“ für das Turnier. Neben den acht Qualifikanten ergänzen zwei „Lucky Loser“ das 32-Hauptfeld der Herren. In die Saarland Open eingebettet ist zudem ein nationales Ranglistenturnier der Damen, das am Donnerstag mit 24 Spielerinnen beginnt.