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Basketball
Saarlouis zahlt bei Reifeprüfung Lehrgeld

Sunkings-Trainer Dennis Mouget (rechts) mag gar nicht mehr hinschauen. Bis zur Halbzeitpause hielt sein Team das Verfolgerduell völlig offen, dann brachen die Gastgeber aber ein.
Sunkings-Trainer Dennis Mouget (rechts) mag gar nicht mehr hinschauen. Bis zur Halbzeitpause hielt sein Team das Verfolgerduell völlig offen, dann brachen die Gastgeber aber ein. FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. Die Basketballer der Saarlouis Sunkings haben das „Endspiel“ um Tabellenplatz drei in der Regionalliga verloren. Gegen Lützel Koblenz gab es eine am Ende deutliche 78:96-Niederlage. Dabei gingen die Wogen aber zeitweise ziemlich hoch. Von David Benedyczuk

„Zeigen, dass wir gegen die Topteams der Liga bestehen können“ – das hatte Trainer Dennis Mouget als Ziel für das Heimspiel der Saarlouis Sunkings in der ersten Basketball-Regionalliga gegen Lützel Koblenz ausgegeben. Drei Viertel gelang das den „Sonnenkönigen“ vor etwa 280 Besuchern in der Stadtgartenhalle auch. Am Ende war das Duell um Rang drei aber eine klare Sache für die Gäste. Koblenz gewann mit 96:78 (53:51) und hat nun komfortable sechs Zähler Vorsprung auf die Sunkings, die mit 14 Siegen einen Erfolg vor dem TV Langen Vierter bleiben. Die Basis für den Erfolg legte Koblenz am Samstag mit dem 26:12 im dritten Viertel. „Wir haben nach der Pause quasi nicht mehr mitgespielt und völlig den Faden verloren. Koblenz war stark und hat verdient gewonnen“, räumte Mouget ein.


Da hatten sich die Gemüter wieder beruhigt, nachdem in Hälfte zwei zusehends Hektik aufgekommen war, was gut vier Minuten vor Ende in einer „Rudelbildung“ gipfelte. Jack Tisdale spitzelte Lützels Litauer Paulius Semaska den Ball aus der Hand, der folgende Einsatz des Briten wurde dann als Foul gewertet – es kam zum nicht nur verbal geführten Disput der beiden und viel Betrieb um den Mittelkreis. Ergebnis: Disqualifikation für Tisdale sowie für Samme Unger, obwohl letzter kein im Video sichtbares Vergehen begangen hatte. Die fälligen drei Freiwürfe nutzte der Koblenzer Topwerfer Joseph Hart zum 90:74 und legte dann mit noch mit einem Dreier nach.

Koblenz war in den entscheidenden Momenten einfach kaltschnäuziger und cleverer. Bestes Beispiel: Der Führungswechsel mit der Pausensirene, als die Gäste einen Dreipunktewurf des vor allem anfangs starken Ivan Skrobo zum 51:47 mit Dreiern von Andro Anzulovic hart und eiskalt konterten. Danach gelang Saarlouis gut vier Minuten kein Punkt.

Ricky Easterling, der trotz 23 Zählern nicht den besten Tag hatte, verkürzte zwar auf 53:60 – aber es wurde nicht besser: Alan Bedirhanoglu vergab zwei Freiwürfe, ein Unger-Einwurf landete direkt beim Gegner – und die Einzelaktionen häuften sich. „Wir haben nicht mehr als Team agiert und konnten Koblenz nicht mehr unter Druck setzen. Jeder war zu sehr mit sich beschäftigt“, monierte Bedirhanoglu.

Hinzu kam Pech: Ein Block von Hari Mujkanovic gegen Marlin Mason (23 Zähler) wurde von den Schiedsrichtern als Foul des Sunkings-Centers ausgelegt – sein Trainer kassierte für die Reaktion darauf zudem ein technisches Foul: „Wir sind alle angespannt – mein erstes technisches Foul der Saison kam in dem Moment aber unerwartet“, ärgerte sich Mouget, gab den Unparteiischen aber keine Mitschuld an der siebten Saisonpleite. Koblenz nutzte anschließend drei Freiwürfe plus Ballbesitz zum 66:53 – weitere Dreier von Hart und Anzulovic ergaben das entscheidende 19-Punkte-Polster.



Am kommenden Sonntag um 17.30 Uhr steht für Saarlouis bei Spitzenreiter Panthers Schwenningen der nächste harte Prüfstein bevor.

Punkte der Sunkings: Ricky Easterling 23, Ivan Skrobo 14, Samme Unger 13, Alan Bedirhanoglu 12, Hari Mujkanovic 11, Jack Tisdale 3, Edgar Schwarz 2.