„Saarlouis war ein Meilenstein“

„Saarlouis war ein Meilenstein“

Nach dem Erfolg ging es steil bergauf. Um 212 Plätze schoss Sebastian Fanselow vergangenes Jahr nach seinem Sieg bei den Saarland Open in Saarlouis in der Weltrangliste nach oben. Nicht nur deshalb freut er sich jetzt auf das Wiedersehen.

Der 13. Juli 2015 hat sich bei Sebastian Fanselow ins Gedächtnis eingebrannt: Der damals 23-jährige Tennisprofi besiegte den in der Weltrangliste 1300 Plätze vor ihm stehenden Duje Kekez und gewann damit die zweite Auflage der Saarland Open in Saarlouis - der Stadt, in der Fanselow geboren wurde und die ersten zwei Jahre seines Lebens verbrachte. "Da kommen unglaublich viele, schöne Erinnerungen hoch", sagt der gebürtige Saarländer, der vorgestern von Frankfurt aus angereist ist, um die Titelverteidigung anzugehen. "Es war im vergangenen Jahr eines der ersten Turniere nach langer Verletzungszeit. Und einen Titel zu gewinnen, ist immer schön, es aber vor Menschen zu schaffen, die einen quasi das ganze Leben begleitet haben, macht es besonders wertvoll."

Fanselow wohnt diese Woche bei seiner früheren Pflegefamilie, keine drei Kilometer von der Tennisanlage am Stadtgarten entfernt. "Ich genieße das, nach dem Match dem Tenniszirkus etwas zu entfliehen", sagt der 24-Jährige. "Es ist schön, sich dann mit Familie und Freunden austauschen zu können und nicht wie sonst, irgendwo alleine im Hotel zu sitzen."

Seit dem "Turniersieg dehemm" hat sich der Profi, der für Eintracht Frankfurt in der Bundesliga spielt, in der Weltrangliste mächtig nach vorne gearbeitet. "Saarlouis war ein Meilenstein. Das muss man so sagen. Ich konnte unglaublich viel Selbstvertrauen tanken und diesen Lauf über die gesamte Saison mitnehmen. Auch in der Bundesliga habe ich eine richtig gute Saison gespielt. Natürlich will man immer mehr und immer besser spielen. Aber wenn mir jemand das vor einem Jahr so angeboten hätte, ich hätte sofort eingeschlagen."

Aktuell wird er auf Platz 465 der Weltrangliste geführt, beim Turnier in Saarlouis ist Fanselow damit an Nummer vier gesetzt und muss nicht wie im Vorjahr durch die Qualifikation. "Das war damals ein Vorteil, weil mir die Matchpraxis fehlte. Heute brauche ich diese Spiele nicht unbedingt", sagt Fanselow, der sich bei der Frage nach der Titelverteidigung sehr zurückhaltend zeigt: "Die Form der letzten Wochen war nicht so prickelnd. Darum will ich von Match zu Match schauen."

Die ersten Spiele des 32-köpfigen Hauptfelds begannen gestern. Fanselow traf am Abend auf Julian Lenz aus Gießen. Die Nummer 1233 der Welt erreichte die Endrunde per Wildcard. Die saarländischen Starter haben dagegen den Sprung ins Hauptfeld allesamt verpasst. Als Letzter scheiterte der erst 15-jährige Milan Welte (TV Hülzweiler) am Montag in der dritten Runde der Qualifikation mit 0:6 und 1:6 an Leonard von Hindte.

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