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Volkstrauertag
„Frieden und Freiheit müssen kein Dauerzustand sein“

Feuerwehrmänner legen Kränze am Ehrenmal in Saarlouis nieder. Zwei Fahnenträger der Marine und des Bundes Deutscher Fallschirmjäger bilden die Ehrenwache.
Feuerwehrmänner legen Kränze am Ehrenmal in Saarlouis nieder. Zwei Fahnenträger der Marine und des Bundes Deutscher Fallschirmjäger bilden die Ehrenwache. FOTO: Thomas Seeber
Saarlouis. Volkstrauertag in Saarlouis 100 Jahr nach Ende des Ersten Weltkrieges: Mahnung und Erinnern bleiben notwendig, sagt der stellvertretende Chef aller deutschen Fallschirmjäger, Oberst Aslak Heisner.

Die Bedeutung des Volkstrauertages als Mahnung hat der stellvertretende Kommandeur der Saarlandbrigade, Oberst Aslak Heisner, bei einer Gedenkveranstaltung in Saarlouis am Samstag unterstrichen. „Frieden und Freiheit in Deutschland und Europa müssen kein Dauerzustand sein. Die Geschichte kennt keinen Stillstand.“ Da gebe es „kein Ausruhen, deswegen brauchen wir diese Tage immer wieder, um daran gemahnt zu werden, welche Verantwortung und Verpflichtung wir haben in der Gestaltung unserer Zukunft.“


Der Gedenktag sei ein Mahnmal, um an Opfer von Krieg, Flucht, Vertreibung und Konzentrationslagern durch Trauer und Gedanken zu erinnern. „Das tun die Sieger, aber auch die Besiegten Schulter an Schulter. Alle haben Angehörige verloren, und über den Gräber gibt es keine Schuldzuweisung, keinen Hass mehr.“ Das Gedenken habe Versöhnung ermöglicht und das Nachdenken über ein Europa „auch mit einem Platz für uns Deutsche“. Heisner: „Wer hätte sich am 11. November 1918 vorstellen können, dass ein französischer Präsident am Volkstrauertag im deutschen Parlament spechen würde?“, wie das am Sonntag Emanuel Macron tat.

Heisner, stellvertretender Chef aller Fallschirmjäger in Deutschland, war im Oktober aus einem achtmonatigem Einsatz in Mali zurückgekehrt. „Dort erleben wir, wie Extremisten versuchen, ihre Ansichten einer Bevölkerung aufzudrängen.“ Die Bundeswehr kämpfe dort mit den Kontingenten vieler anderer Nationen „für eine bessere Zukunft der Menschen in Mali“. Krieg und Gewalt finde heute auch an den Grenzen Europas statt, „auch wenn wir das derzeit nicht spüren“. Selbst im „Friedensprojekt EU gewinnen mehr und mehr Kräfte an Raum, die diesem Friedenprojekt mit einer gewissen Skepsis gegenüberstehen“, sagte der Oberst. Umso wichtiger sei das Totengedenken eine Mahnung bei der Gestaltung der Zukunft.



Der Saarlouiser Oberbürgermeister Peter Demmer sagte bei der Veranstaltung kurz und bündig, er könne sich den Worten Heisners „nur anschließen“.

Ein Ehrenzug der Brigade, der Saarlouiser Rathauschor und die Spielgemeinschaft Lyra Saarlouis-Picard rahmten den kleinen Festakt am Ehrenmal vor dem Landratsamt. Dieses Kriegerdenkmal, das vor genau 90 Jahren errichtet wurde und heute eine vor 60 Jahren gegossene Figur von Nikolaus Simon trägt, hat seine eigene, von Kriegs- und Unrechtszeiten geprägte Geschichte. Dort legten die Stadt Saarlouis und der Sozialverband VdK Kränze nieder.

(we)