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Saarlouis' Tor zur Welt

 Marc Speicher (rechts), Mitinitiator der Ausstellung "100 Jahre Bahnhof Saarlouis", erläutert einem Besucher die seltenen historischen Aufnahmen. Foto: Johannes A. Bodwing
Marc Speicher (rechts), Mitinitiator der Ausstellung "100 Jahre Bahnhof Saarlouis", erläutert einem Besucher die seltenen historischen Aufnahmen. Foto: Johannes A. Bodwing
Roden. "Das hat uns allen sehr Leid getan", bedauerte Oberbürgermeister Roland Henz bei der Ausstellungseröffnung gegen 15 Uhr in der Halle des Saarlouiser Bahnhofs. Denn um zwölf Uhr habe man rund 100 Leute wieder nach Hause schicken müssen, die sich auf eine Fahrt mit der Dampflok gefreut hatten Von SZ-Mitarbeiter Johannes A. Bodwing

Roden. "Das hat uns allen sehr Leid getan", bedauerte Oberbürgermeister Roland Henz bei der Ausstellungseröffnung gegen 15 Uhr in der Halle des Saarlouiser Bahnhofs. Denn um zwölf Uhr habe man rund 100 Leute wieder nach Hause schicken müssen, die sich auf eine Fahrt mit der Dampflok gefreut hatten.Zur Eröffnung der Ausstellung "100 Jahre Bahnhof Saarlouis" am Nachmittag kamen trotz widriger Witterung noch um die 100 Personen über rutschige Straßen und verschneite Wege. Überwiegend Vertreter der städtischen Politik und an der Geschichte Interessierte.


Über die "Unnafierung" poetisierte Alfred Gulden da und über die "Schinnen". Ein Projektor warf Bilder des Bahnhofs auf eine Leinwand. "Von do aus enn de Welt gefahr", fasste Gulden das damalige Bahngefühl in Worte.

Hinter dem Bahnhofseingang rechts an der Wand befanden sich einmal die Fahrkartenschalter. Dort entlang reihten sich am Sonntag 15 hohe Banner bis zu den Fahrkartenautomaten und dem Zugang zu den Bahnsteigen. Von einer Planzeichnung von 1908/09 bis zur Eröffnung des heutigen Manfred-Henrich-Platzes waren die wesentlichen Stationen des Saarlouiser Hauptbahnhofs dargestellt.



Auf Besonderheiten wies Mit-Initiator Marc Speicher hin, darunter das einzige Bild von der Rückkehr aus der Evakuierung 1940. Aber auch ein Foto, als unter Aufsicht italienischer Soldaten 1935 die Stimmzettel für die so genannte Saarabstimmung ausgeladen wurden.

Kritische Worte gab es für die Deutsche Bahn. Die hätte bei der Ausstellung mithelfen können, hatte sich Henz gewünscht. Nach Ansicht von Marc Speicher hätte sie die Gelegenheit gehabt, "einen größeren Beitrag zu leisten". Denn die Stadt habe den Vorplatz hergerichtet und das Bahnhofsgebäude wieder ansehnlich gemacht.

Die Banner mit der komprimierten Geschichte des Saarlouiser Bahnhofs kommen jetzt ins Karl-Thiel-Haus in Roden. Am 20. Januar umrahmen sie einen Abend mit Alfred Gulden, der Gedichte und Geschichten im Gasthaus Leberecht vorliest. Dazu zeigt er seinen Film "Bahnhofsgeschichten".