Viele Mitstreiter bei der „Mission Selbstliebe“ Aktion „Big Booty“ startet den ersten Basar mit Party in Saarlouis

Saarlouis · Ein Zeichen für mehr Selbstliebe setzen, das hat sich Stefanie Weiand zur Aufgabe gemacht. Jetzt ist eine Veranstaltung zum Thema geplant.

Stefanie Weiand (links) veranstaltet zum ersten Mal mit ihrer Anti-Diskriminierungsaktion "Big Booty" einen Basar im Theater am Ring, mit Unterstützung von Sina Findeisen, Kulturamt Saarlouis. Foto: Nicole Bastong

Stefanie Weiand (links) veranstaltet zum ersten Mal mit ihrer Anti-Diskriminierungsaktion "Big Booty" einen Basar im Theater am Ring, mit Unterstützung von Sina Findeisen, Kulturamt Saarlouis. Foto: Nicole Bastong

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Den eigenen Körper so akzeptieren, wie er ist, auch wenn er nicht der Norm entspricht, aber auch den anderer nicht kommentieren: Ein Plädoyer für mehr Selbstliebe und gegen Bodyshaming (dt: sich für den Körper schämen), das wollte die Saarlouiserin Stefanie Weiand in die Welt schicken, als sie 2016 begann, über das soziale Netzwerk Instagram und mit einer Sticker-Aktion ihr Motto „Big Booty – Stay funny“ zu verbreiten.

„Mehr Mut zur Selbstliebe und mehr Akzeptanz für andere“

Die junge Frau hatte selbst negative Erfahrungen mit ihrem Kampf gegen Übergewicht und den eigenen Körper gemacht, aber auch mit schrägen Blicken oder Kommentaren anderer, erzählt sie. „,Big booty‘ (dt: dicker Hintern) hatten mich Freundinnen scherzhaft genannt, deshalb hab ich das zu meinem Motto gemacht“, sagt Weiand, ergänzt durch den Zusatz „Stay funny“ (dt:“bleib lustig“), als Wortspiel mit ihrem Vornamen Stefanie.

„Big Booty“ startet den ersten Basar mit Party in Saarlouis
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„Mehr Mut zur Selbstliebe und mehr Akzeptanz für andere“, das ist ihre Mission, sagt die Saarlouiserin, Mitte 20, die in dem Bereich selbst „eine lange Entwicklung“ durchlaufen musste, wie sie erzählt, an der sie nun andere teilhaben will. „Big Booty steht für lernen dürfen, mich so zu lieben, wie ich bin, egal welche Kleidergröße ich trage – nimm das Leben nicht so schwer!“, fasst sie zusammen.

Ihre Follower bei Instagram hatte sie aufgefordert, dieses Motto mit einer Aufkleberaktion und Fotos davon im Internet in die Welt zu tragen. Und das lief erfolgreicher als erwartet, zeigt sie sich erstaunt: „Es ist eine richtige Bewegung geworden.“ Schon über 20 000 ihrer Motto-Aufkleber haben Freunde und Sympathisanten ihrer Aktion schon bestellt und in die Welt gebracht, bezahlt hat Weiand dies stets aus eigener Tasche.

Food-Truck und Cocktail-Lounge

Im vergangenen Herbst kam ihr dann die Idee, die gewachsene Aktion dazu zu nutzen, sie auch in der analogen Welt bekannter zu machen und gleichzeitig befreundeten jungen Unternehmen rund um Saarlouis eine Chance zu geben, sich einem breiten Publikum vorzustellen – mit einem Basar. „Ich gehe selbst sehr gern auf Flohmärkte“, sagt Weiand, „und entdecke neue Dinge beim Stöbern. Gleichzeitig gibt es hier in der Umgebung einige Künstler und Läden, die alle ihr eigenes Süppchen kochen – das kann man doch zusammenbringen“, erläutert sie ihre Idee.

Ein gutes halbes Jahr hat sie die nun vorbereitet, mit wachsender Begeisterung und Beteiligung, „quasi Tag und Nacht“, wie sie lachend erzählt. Unterstützung, vor allem in organisatorischen Fragen, fand sie dann im Kulturamt Saarlouis, das den Basar unterstützt, und dessen Mitarbeiterin Sina Findeisen. Inzwischen sind gut 60 Leute in die Vorbereitungen involviert, „alles wird selbstgemacht, auch die Deko“, berichtet Findeisen.

„Und es kamen immer neue Ideen dazu. Es ist einfach toll zu sehen, wie viele sich hier einbringen.“ So wird es unter anderem einen Food-Truck und eine Cocktail-Lounge im Außenbereich geben, innen zahlreiche Stände, an denen sich lokale Unternehmen und Künstler präsentieren, sowie einen Second-Hand-Markt für Kleidung, der mit über 30 privaten Verkäufern schnell ausgebucht war.

„Spaß, Freude daran, Neues zu entdecken und andere zu treffen“, beschreibt Weiand ihr Ziel. Mit dabei sind unter anderem Aussteller, die meisten übrigens aus Saarlouis, die Schmuck, Makramee, Deko, Kleidung und kreative Accessoires selbst herstellen, Tattoo-Artists aus dem Saarland, aber auch junge DJ’s, die für gute Stimmung beim Basar sorgen. „Für jedes Alter und jede Kleidergröße“ ist der Basar, betont Weiand, organisiert „von einem Kollektiv aus jungen Leuten, die mehr als nur ihren Hintern in der Welt bewegen wollen.“ Geöffnet ist der Basar am Samstag, 1. April, ab 12 Uhr, bei freiem Eintritt.

Anschließend wird gefeiert, und zwar zuerst in der Altstadt und dann für den Rest der Nacht im Elements Nightclub in den Kasematten, zu Musik von bekannten Saarbrücker Electro-DJ’s, die erstmals in Saarlouis auflegen (siehe Info).

Infos zum Basar per E-Mailanfrage an: info@bigbootystayfunny.de.

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