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Saarlouis rüstet sich mit Route der Energie für die Energiewende

Route der Energie : Saarlouis rüstet sich für die Wende

Mit der Eröffnung der 5. Haltestelle an der Route der Energie in Fraulautern leistet Saarlouis einen innovativen Beitrag zur Energiewende.

Die Zielvorgabe aus Berlin steht. Bis 2030 soll Deutschland 65 Prozent seiner Stromversorgung aus erneuerbarer Energie gewinnen. Das stellt hohe Anforderungen an die Energieversorger, denn die Arbeit mit erneuerbaren Energien stellt an die Stromnetze ganz neue Anforderungen. Anders als früher kommt der Strom nämlich nicht mehr ausschließlich von zentralen Kraftwerken. Viel mehr wird er dezentral ins Netz eingespeist. Windkraft und vor allem Photovoltaikanlagen auch auf privaten Häuserdächern ermöglichen es dem Endkunden, nicht mehr nur Strom zu konsumieren, sondern auch zu produzieren. Dazu kommt die Herausforderung, den aus Wind und Sonne gewonnen Strom effizient zu nutzen, ihn zu speichern oder umzuleiten, wenn er nicht gebraucht wird. Eine weitere Herausforderung der Energiewende ist, die Stromversorgung für die zukünftigen Anforderungen aus der E-Mobilität anzupassen. Eine Aufgabe, die ohne Digitalisierung nicht zu meistern sei, sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke Saarlouis, Ralf Levacher anlässlich der Eröffnung der Haltestelle der Route der Energie an der Trafostation Siedlerstraße in Saarlouis-Fraulautern am Dienstag. Nach Inbetriebnahme der Haltestellen in Freisen, Mettlach und Perl ist die Route der Energie durch das Saarland nun auch in Saarlouis erlebbar. Hier können alle Interessierten über eine App spielerisch in die Welt der Energiewende eintauchen. In Saarlouis ist dies ab sofort sogar an drei
Stellen möglich. An der Trafostation Siedlerstraße, im Rathaus und im Kundencenter der Stadtwerke.

Eingebunden ist das Projekt in das Bundesforschungsprojekt Designetz, das sich über die drei Bundesländer NRW, Rheinland-Pfalz und das Saarland erstreckt. Es hat sich das Ziel gesetzt, die Energiewende voranzubringen und auch in Zukunft eine bezahlbare und akzeptable Energieversorgung zu ermöglichen.

Die im Projekt entwickelten Einzelkomponenten wie Messsensorik für Energieversorger und Steuerungskomponenten von Niederstromanlagen wurden hierzu innerhalb eines Testgebiets in Fraulautern im realen Einsatz erprobt. Das Gesamtsystem soll zukünftig intelligent und automatisiert auf gemessene Energieüberschüsse durch Photovoltaikanlagen oder zu erwartende Überlastungen reagieren und entsprechend gegensteuern. Als Betreiber der Elektrizitäts-, Gas- und Wärmenetze legen die Stadtwerke Saarlouis einen Schwerpunkt auf spartenübergreifenden Energietransfer, die eine Optimierung des Gesamtsystems bewirken soll. So wird beispielsweise überschüssige elektrische Energie zu Zeiten hoher Einspeisung in Wärme in einem Wärmespeicher umgewandelt, der sonst beispielsweise mit Gas beheizt wird. So wird fossiler Brennstoff gespart und damit auch CO2-Emissionen. Damit findet auch in Saarlouis ein maßgebliches Forschungsprojekt im Rahmen von Designetz statt. Die im Rahmen des Projekts in Kooperation mit der Hager Group aus Blieskastel entwickelten Netzkomponenten wurden nach der Eröffnung der Haltestelle durch Vertreter der Stadtwerke, der Hager Group, des saarländischen Wirtschaftsministeriums und der Stadt Saarlouis offiziell in Betrieb genommen.

Infos und die App gibt es in Netz.

www.designetz.de