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Abschied von derMartin-Luther-King-Schule Saarlouis
„Das alles wird ihnen weiterhelfen“

Immer unter Leuten: Schulleiter Bernd Schmitz mit Familie (von links), Victoria Schmitz, Verena Mathis, Enkelin Greta Mathis und Ehefrau Renate Schmitz.
Immer unter Leuten: Schulleiter Bernd Schmitz mit Familie (von links), Victoria Schmitz, Verena Mathis, Enkelin Greta Mathis und Ehefrau Renate Schmitz. FOTO: Thomas Seeber
Saarlouis. Der Leiter der Martin-Luther-King-Schule in Saarlouis, Bernd Schmitz, ist am Freitag in den Ruhestand verabschiedet worden. Er gehörte zu den einflussreichen Schulleuten im Saarland. Von Johannes Werres

Kurz und bündig fasst Nadine Weirich-Fritzen, die Elternsprecherin der Martin-Luther-King-Schule in Saarlouis (MLK) zusammen, was den jetzt scheidenden Leiter Bernd Schmitz ausmache: „Er hat oft über den Dienst hinaus für unsere Kinder gearbeitet, er hatte Fingerspitzengefühl, er hat ihnen Werte vermittelt, das alles wird ihnen im Leben weiterhelfen - selbst wenn sie es jetzt noch nicht sehen.“


Schmitz, 63, ist am Freitag in der Aula der MLK in Fraulautern in den Ruhestand verabschiedet worden. Er habe eine toleranten Umgang miz Kindern und Jugendlichen vorgelebt, „ungeachtet ihrer familiärten und sozialen Rahmenbedingungen“, würdigte die Vertreterin des Kultusministeriums, Gudrun Hary. Die MLK hinterlasse der „Pädagoge aus Leidenschaft“ wohlgeordnet als Ergebnis einer „großartigen beruflichen Lebensleistung“.

Keiner wird außen vor gelassen, so fasste auch Landrat Paterik Lauer die Leitlinie des Pädagogen Bernd Schmitz zusammen. Die MLK bereite die Schülerinnen und Schüler „auf alles vor, was kommt“ im Leben.



Schmitz führte die Schule zwölf Jahre lang. Er prägte sie vor allem durch Großprojeke wie Reformklasse, Reformklasse plus oder Projektschule Inklusion. Immer ging es ihm darum, die jungen Leute so individuell wie möglich zu fördern. Und oft kamen Partner aus der Wirtschaft oder den Vereinen hinzu, um auch auf das ganz praktische Leben vorzubereiten.

Am Freitag erinnerte Schmitz auch daran, wie er als stellvertretender und Herbert Möser als Vorsitzender des Saarländischen Lehrerinnen- udn Lehrerverbandes (SLLV) das Modell Gemeinschaftsschule auf die politische Tagesordnung gebracht habe. „Das hat uns Spott und Kritik eingebracht.“ Aber dann sei die Gemeinschaftsschule in den Jamaika-Koalitionsvertrag eingegangen. Und Klaus Kessler, einstiger Vorsitzender der konkurrierenden Gedwerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), „musste das als Kultusminister umsetzen“.

In allen Projekten aber ging es Schmitz nach eigenen Worten darum, Kindern und Jugendlichen so gerecht zu werden wie möglich. Dazu müsse eine Schule durchlässig sein, sagt er. Ein Kollegium stelle dabei „eine große Chance, kein Hindernis bei der Schulentwicklung“ dar.

Die Liste der Gäste der Feierstunde war lang. Leider war die Stadt Saarlouis, eigentlich angekündigt, nicht vertreten. Dafür aber drückte Landrat Lauer Schmitz einen Spaten in die Hand. Ungeplant konnte er damit den ersten Spatenstich tun für den Bau des Bistros der künftigen Ganztagsschule MLK.

Fragen nach einem Nachfolger von Schmitz musste Gudrun Hary vom MInisterium abschlägig besheiden. „Das ist jetzt noch nicht möglich. Aber wir arbeiten dran“. Schmitz selbst ist da schon weiter. Seine beiden Töchter sind Grundschullehrerinnen geworden. „Alles kann ich also nicht falsch gemacht haben“, sagte Schmitz, der selbst Grund- und Hauptschullehrer gelernt hat.