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Saarlouis fehlen Plätze in Kita und Krippe

Plätze fehlen : Es fehlen immer mehr Kitaplätze

Bedarf in Saarlouis steigt viel schneller als das Angebot. Immerhin sinkt der Preis.

Auch die Stadt Saarlouis kann den prognostizierten Bedarf an Plätzen in Kinder-Krippen und Kitas 2019 und 2020 voraussichtlich nicht decken. Nach Auskunft der Stadtverwaltung fehlen im laufenden Jahr 44 Krippenplätze, 2020 werden es 50 sein. In den Kitas für Kinder ab drei Jahren fehlen 2019 80 Plätze, 2020 werden es 82 sein. Das ergibt der Abgleich bestehender Plätze mit den Prognosen.

Gerechnet habe man ursprünglich mit 35 Prozent eines Jahrganges, die Prognose sei aber auf 60 Prozent erhöht worden, sagte Bürgermeisterin Marion Jost auf Anfrage. Grundlage ist die Vorschulentwicklungslanung des Landkreises. Da sich die freien Träger in der Ausweitung ihres Angebotes „zurückhalten“, müsse die Stadt selbst für mehr Plätze sorgen, unterstrich Jost.

Der zusätzliche Bedarf lasse sich nicht kurzfristig decken, allenfalls mit provisorischen Maßnahmen, sagte Jost. Ein möglicher Neubau in Roden (bis zu 33 Krippenplätze) könne erst 2021 fertiggestellt werden, ein Anbau in Neuforweiler noch später. Und eine Erweiterung des kirchlichen Kindergartens in Lisdorf, wo zwei neue Krippen-Gruppen geplant sind, verschiebe sich nach 2022.

Immerhin 25 zusätzliche Kindergartenplätze, wenigstens halbtags, lassen sich in einer ehemaligen Wohnung in der Kita Metzer Wiesen kurzfristig realisieren.

Ein banger Blick geht angesichts der Zahlen zum Neubau Roden Nord, dessen Fertigstellung sich nochmals verschoben hat. „Zum August“, versichert Jost, „muss der einfach fertig sein.“ Dort werden dann 25 Plätze mehr als bisher zur Verfügung stehen (insgesamt sieben Gruppen).

In Roden könnten auch noch weitere Kita-Plätze eingerichtet werden. Es könnte gewissermaßen einfach weitergebaut werden. „Da suchen wir eine pragmatische, mit den Vergaberegeln kompatible Lösung, die einen schnellstmöglichen Baubeginn erlaubt“, sagte Jost.

Zudem suche die Stadt ein Gelände, auf dem eine weitere Einrichtung der kreiseigenen Kita Kinderland Platz hätte. Geleitet wird die Überlegung davon, dass Beschäftigte des neuen Industriegebietes einen größeren Betreuungsbedarf für Kinder haben könnten.

Ein Kind der Not, eher als Provisorium gedacht, fand indes einhellige Zustimmung des Stadtrates: zwei Bauwagen, die in den Wald auf dem Gelände der Kita Roden gestellt werden. „Volle Zustimmung, das ist hip“, signalisierte CDU-Fraktionschef Raphael Schäfer. Lob für die Idee („das muss kein Provisorium sein“) kam auch von Altomaro Locurcio (FWG), Zustimmung von Hakan Gündüz (SPD). Immerhin wäre das kein Test: In Blieskastel, sagte Jost, seien die Wagen mit großem Erfolg Teil der Kita-Landschaft.

Einen kleinen positiven Effekt hat die starke Nachfrage nach Plätzen: Ein Kita-Platz kostet die Eltern jetzt 127 Euro, vorher 143 Euro; für eine Elf-Stunden-Betreuung fallen 159 Euro statt 177 Euro an. Dafür gibt es mehrere Gründe, sagt Jost. Neben der gesetzlichen Reduzierung des Elternanteils von 25 auf 21 Prozent der Personalkosten wirkt sich in dem Umlageverfahren vor allem die höhere Zahl der Plätze (plus 63 gegenüber dem Vorjahr) aus. Ein Krippenplatz kostet 276 Euro und 308 Euro für elf Stunden, jeweils rund 20 Euro monatlich weniger als im Vorjahr.