„Saarlandbrigade ist aufgewertet“

„Saarlandbrigade ist aufgewertet“

Stefan Geilen, Kommandeur der Luftlandebrigade 1, wechselt den Einsatzort. In seine Saarlouiser Zeit fielen der größte Umbau der Saarlandbrigade seit ihrem Bestehen und der Beitrag zur Aufnahme von Flüchtlingen.

Die Verweildauer auf dem begehrten Posten als Kommandeur der Luftlandebrigade 1 mit Sitz in Saarlouis hat sich in den vergangenen Jahren erkennbar verkürzt. Kommandeur Oberst Stefan Geilen, 54, wechselt nach weniger als eineinhalb Jahren als Chef des Stabes des I. Deutsch-Niederländischen Korps nach Münster. Der Verband ist einsatzerfahren und darauf spezialisiert, besonders schnell zu multinationalen Einsätzen fähig zu sein.

Das Kommando wird am morgigen Mittwoch, 6. Juli, 11 Uhr, im Saarlouiser Stadtgarten im Rahmen eines Appells an Brigadegeneral Dirk Faust übertragen. Faust war zuletzt stellvertretender Befehlshaber einer UN-Blauhelm-Mission in Liberia.

Die kurze Saarlouiser Zeit von Geilen war geprägt vom größten Umbruch der Saarlandbrigade überhaupt. Die beiden Fallschirmjäger-Brigaden 26 (Saarland) und 31 (Oldenburg) wurden zu einem Verband verschmolzen. Er heißt Luftlandebrigade 1 (Saarland). Deren Regiment 26 sitzt im Saarland und in Rheinland-Pfalz, das zweite, 31, in Seedorf in Niedersachsen. Hinzu kommen fünf selbstständige Kompanien. Geführt wird der Verband vom Brigadekommandeur in Saarlouis .

Die Umstrukturierung sei abgeschlossen, berichtete Geilen auf Anfrage. "Schneller als geplant." Das Oldenburger Regiment 31 habe in dieser Zeit die frühere Schwerpunktaufgabe der Saarlandbrigade übernommen, die "Evak-Op", schnelle Evakuierungsoperationen aus gefährlichen Gebieten. Schwerpunkt des Regimentes 26 dagegen sei die "schnelle Anfangsoperation". Daher seien die Fallschirmjäger aus Zweibrücken auch bei den jüngsten Nato-Manövern in Osteuropa anzutreffen. Grundsätzlich sollen laut Geilen aber beide Regimenter beide Aufgaben wahrnehmen können. Geilen hob in einer Bilanz die starke internationale Zusammenarbeit der Fallschirmjäger hervor. Die Zweibrücker Soldaten arbeiten vor allem mit der 11. Niederländischen Luftlandebrigade zusammen. Beide Verbände unterstehen der Division Schnelle Kräfte (DSK).

Die nun einzige Luftlandetruppe der Bundeswehr sei letztlich durch die Personalpolitik von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die Bundeswehr personell aufzustocken, aufgewertet worden, unterstrich Geilen. Vor allem sei entgegen früheren Planungen die Luftlandepionierkompanie 260 in Saarlouis erhalten geblieben. Außerdem hätten im Rahmen der "Trendwende" bei der Einstellung von Soldaten viele Planstellen besetzt werden können. 4300 der 4500 Planstellen seien besetzt, "das ist ganz ordentlich".

In Lebach seien mit Aufklärern und Fernmeldern zwei große Kompanien eingerückt, die fast die ganze Kaserne belegten. In Saarlouis könne keine Rede davon sein, dass der Bund einen Teil des Kasernengeländes verkaufen könnte.

"Erfolgsgeschichte"

General Dirk Faust übernimmt. Foto: BW/Schmidt

Zu den Herausforderungen seiner Kommandeurszeit zählt Geilen auch den Beitrag der Bundeswehr zur Aufnahme von Flüchtlingen in Lebach. "Da wurden schnell mit dem Innenministerium zusammen die richtigen Entscheidungen getroffen. Das war eine Erfolgsgeschichte." Die Zusammenarbeit habe "sicher mit dazu geführt, dass das Saarland bei dieser Aufgabe mit am besten dagestanden hat." Die Beziehungen zur Landesregierung seien dadurch noch enger geworden.

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