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Saarländische Angler helfen Aalen

Saarländische Angler helfen Aalen

Mitglieder des Fischereiverbandes setzen Jungfische in der Saar aus. Aktionen laufen auch im Landkreis Saarlouis.

Rund 17 000 kleine Jungaale - gerade mal zehn Zentimeter groß und doch schon etwa vier Jahre alt - setzen Mitglieder des saarländischen Fischereiverbandes in diesen Tagen in der Saar zwischen St. Arnual und Saarhölzbach aus. Am Montagvormittag waren Saarhölzbach und Mettlach an der Reihe, in den nächsten Tagen soll noch zwei, drei Stationen bei Merzig folgen. Aus dem Boot heraus entließen Hans Flesch, Brian Martin und Marius Müller die "Winzlinge" in die Freiheit, nachdem sie von Saarburg aus saaraufwärts gefahren waren und auch die Schleuse bei Serrig passieren mussten.

Fast zehn Jahre benötigen Aale, um geschlechtsreif zu werden und dann die weite Reise zurück zum Sargasso-Meer südlich der Bermuda-Inseln anzutreten, wo sie sich dann paaren, Eier legen und sterben. "Aufgrund der vielen Schleusen und Wasserkraftwerke ist die Fischart inzwischen aber vom Aussterben bedroht, so dass die saarländischen Angler seit ein paar Jahren gezielte Gegenmaßnahmen ergriffen haben", so der Saarländische Fischereiverband. Es werden nicht nur alljährliche großen Mengen von Jungaalen ausgesetzt, seit letztem Jahr werden die erwachsenen Aale bei ihrer Wanderung gezielt mit Reusen vor den Schleusen gefangen, per Auto weitertransportiert und wieder ausgesetzt, damit sie ihre viele 1000 Kilometer lange Reise zu den Laichplätzen in der Sargasso-See fortsetzen können.

An der aktuellen Besatzaktion mit den beiden ersten Etappen bei St. Arnual und Beckingen sind der ASV Saarbrücken, die AGV Völklingen, die VAF Saarlouis-Ensdorf, der ASV Beckingen, die PG Merzig, der ASV Mettlach und der ASV Saarhölzbach beteiligt. In St. Arnual waren Bernd Hoen, Werner Becker und Sebastian Hoffmann vom Fischereiverband Saar mit ihren beiden Praktikanten Fabian und Julian Wolf vom Peter-Wust-Gymnasium im Einsatz. Zwischen Wadgassen und Lisdorf entließen Klaus Dieter von der Tüsen, Erwin Schwarz und Alois Scülfort die Jungaale per Boot in ihre Freiheit, nachdem sie zuvor von Marc Rosengarten aus seiner Fischzucht in Trassem in Spezialtanks angeliefert worden waren.

Die Besatzaktion, die nun zum neunten Male stattfindet, wird zu einem Drittel von den Saar-Pächtern, zu zwei Drittel von dem Unternehmen Innogy, einer Tochter des deutschen Energieversorgers RWE, finanziert. Die Kosten betragen insgesamt rund 10 000 Euro.