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Saarländer trotz Krise in Feierlaune

Saarländer trotz Krise in Feierlaune

Saarbrücken. Dem gemeinen Saarländer - so hat es den Anschein - kann die Lust am Feiern nicht vergehen. Während Firmen unter der Krise ächzen, Kurzarbeit an der Tagesordnung ist und die Arbeitslosenzahlen nach oben klettern, bleiben die Stadtfeste von der großen Depression verschont

Saarbrücken. Dem gemeinen Saarländer - so hat es den Anschein - kann die Lust am Feiern nicht vergehen. Während Firmen unter der Krise ächzen, Kurzarbeit an der Tagesordnung ist und die Arbeitslosenzahlen nach oben klettern, bleiben die Stadtfeste von der großen Depression verschont. Mehr noch: "Mehr Sponsoren und mehr Geld als zuvor" verkündete der Leiter des Saarlouiser Hauptamts für Wirtschaftsförderung, Armin Thirion, für die Saarlouiser Emmes, die am vergangenen Wochenende stattfand. Alle Hauptsponsoren seien geblieben, einer sogar hinzugekommen. Auch, dass es statt zwei Bühnen in diesem Jahr nur noch eine gegeben habe, sei keine Sparmaßnahme, man habe nur den "Krieg der Bühnen" am Marktplatz beenden wollen.Positive Signale auch vom Saarbrücker Saar-Spektakel: Das Fest kostet laut Stadtverwaltung jedes Jahr zwischen 280 000 und 290 000 Euro - rund 90 Prozent davon kommen aus Standgebühren und von Sponsoren. Und die halten dem Spektakel auch bei der elften Auflage vom 7. bis 9. August die Treue: "Die meisten der ursprünglichen Sponsoren sind mit dabei - die Stadt steht außerdem in Verhandlung mit zwei neuen", berichtete Tanja Krämer von der Stadtpressestelle der SZ auf Anfrage. Um private Geldgeber nicht sorgen müssen sich St. Wendel (Stadtfest am 12. und 14. Juni) und Homburg. Der St. Wendeler Kulturamtsleiter Axel Birkenbach erklärte: "Die Krise wirkt sich auf unser Fest nicht aus, weil wir uns ausschließlich über den kommunalen Haushalt und über Standgebühren finanzieren." Homburg hat sein erstes Fest, das Maifest, bereits hinter sich. "Wir waren sehr zufrieden", bilanzierte der Geschäftsführer der Homburger Werbegemeinschaft, Peter Emser. Die Werbegemeinschaft finanziere ihre Feste durch Überschüsse aus den Homburger Flohmärkten. "Im Grund genommen sind wir von der Flaute deshalb gar nicht betroffen", sagte Emser.Einzig in Neunkirchen machen die Organisatoren des Stadtfestes (26. bis 28. Juni) ein kleines Indiz aus, das auf schwierige Zeiten hindeutet. "Wir merken die angespannte Situation darin, dass erst ein Drittel der Standbetreiber die Standgebühren gezahlt hat", sagte der dortige Leiter der Kulturgesellschaft, Peter Bierbrauer. In den vergangenen Jahren sei das früher geschehen. Mehr Sorgen als um die Volkswirtschaft macht er sich um etwas anderes: das Wetter. "Das ist die halbe Miete." Seine Kollegen würden ihm zustimmen.