Rolf Klein entdeckt RIngschnabelente auf der Saar

US-Ente auf der Saar : Sie ist wieder da

Es ist ja kaum zu glauben: Eine Ente aus den USA überwintert jedes Jahr auf der Saar. Um zu überleben, schließt sie sich einer Gruppe Reiherenten an, die sich auf dem Fluss auskennen.

Das war das erste Foto: Die US-Ringschnabelente (rechts) paddelt einträchtig neben der saarländischen Reiherente auf der Saar. Foto: Rolf Kein/Rolf Klein

Das gibt es wohl nur einmal in Deutschland, da ist sich Ornithologe Rolf Klein aus Biringen sicher: Die Ringschnabelente aus den USA hat es wieder an die Saar verschlagen. Die extrem seltene nordamerikanische Ringschnabelente hat auch diesen Winter wieder an der Saar zwischen Rehlingen/Beckingen und Ensdorf verbracht. Erstmalig wurde der Vogel im Oktober 2008 entdeckt und blieb bis in den März 2009. Auch im November 2009 tauchte er wieder auf und verweilte bis März 2010. Seit 2013 ist der Vogel fast jeden Winter da. Rolf Klein, der sie als erster identifiziert hat, achtet jedes Jahr darauf. Er ist sich „fast 100-prozentig“ sicher, dass es sich immer um dasselbe Tier handelt. Als Erklärung, warum es nach Europa kam, bietet sich laut Klein nur die Vermutung an, dass es „verwirbelt“ worden sei. Der Charme dieses Entenbesuchs aber liegt woanders: Wie jedes Jahr schloss sich das Tier auch in diesem Jahr wieder den Verwandten an, den Reiherenten. Mit den Reiherenten, die standorttreu sind, überwintert die US-Ente auf der Saar. Der Fluss ist dafür geeignet, weil er nicht zufriert. Wohin es dann im Frühjahr weiter geht, weiß Klein nicht. „Vermutlich in Nordost-Europa.“ Enten können bis zu 20 Jahre alt werden.

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