Roden geprägt von jungen Menschen

Roden geprägt von jungen Menschen

Auf die verschiedenen sozialen Situationen in Saarlouis will die Stadt mittels einer groß angelegten Studie reagieren. Diese soll die Grundlage für Entscheidungen verbessern. Ein Zwischenbericht wurde nun dem Sozialausschuss vorgestellt.

Wo leben die meisten Arbeitslosen in Saarlouis , wo die Senioren und wo der Großteil der erwerbsfähigen Einwohner? Um Fragen wie diese geht es in der sozialen Kommunalplanung für die Stadt Saarlouis seit 2012.

Damals startete die Saarbrücker Hochschule für Technik und Wissenschaft (HTW) eine groß angelegte Studie. Einen Zwischenbericht lieferte sie dem Ausschuss für Familie, Soziales, Schule und Sport. Aber noch ist dieser umfangreiche Datenkatalog nicht komplett. Bis Ende 2015 sollen unter anderen Daten über Wohnen, Bildung und Gesundheit einfließen, stellte Projektleiter Professor Dieter Filsinger dar. Bis 2017 würden die Zahlen dann aufbereitet für kommunalpolitische Entscheidungen.

29 Sozialräume in Saarlouis

Die Stadtteile von Saarlouis sind für die Studie in 29 Sozialräume unterteilt worden, erläuterte Projekt-Mitarbeiter Christian Woithe. Das Zentrum von Saarlouis sowie der Stadtteil Roden sind mit jeweils sechs Sozialräumen vertreten, Steinrausch und Neuforweiler mit je zwei. Auf diese Weise konnten die Unterschiede in den größeren Stadtteilen besser erfasst werden. Beispielsweise in Roden zwischen Ortskern, Bahnhof und Röderberg.

"Die Sozialräume in Roden sind von einer sehr jungen Bevölkerungsstruktur geprägt", sagte Woithe. Teile der Innenstadt hingegen wiesen einen prozentual geringen Anteil junger Menschen auf. Dafür fänden sich dort überdurchschnittlich viele Senioren über 65 Jahre. Ein hoher Anteil älterer Menschen lebe auch in Beaumarais Siedlung und im Westen Neuforweilers. Saarlouis habe 14,1 Prozent an Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre (5046 Personen). Einwohner über 65 Jahre machten 22,4 Prozent aus (7986 Personen).

"Roden Nord und die Altstadt besitzen den höchsten Anteil an Bewohnern im erwerbsfähigen Alter", sagte Woithe. Insgesamt liege deren Anteil in der Stadt bei 63,5 Prozent (22 629 Personen). Die Arbeitslosigkeit mache sich vor allem im Ortskern von Roden bemerkbar sowie am Bahnhof und Röderberg. Aber auch in Teilen der Innenstadt. 6,1 Prozent der Einwohner seien betroffen (1377 Personen).

Anwendung in der Praxis

Die umfassende Studie zur sozialen Situation in Saarlouis werde sich in der dritten Phase, von 2016 bis 2017, auf die praktische Anwendung konzentrieren, sagte Professor Filsinger. Dazu zählten zunächst der Bereich des Programms "Soziale Stadt" mit Roden und Fraulautern sowie soziale Räume der Innenstadt.