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Retrospektive im Haus Ludwig betrachtet Werk von Eve Arnold

Retrospektive im Haus Ludwig betrachtet Werk von Eve Arnold

Die Vernissage der Ausstellung „Eve Arnold – Eine Hommage an die große Magnum-Fotografin“ findet am Sonntag, 31. Mai, um 11 Uhr im Museum Haus Ludwig statt. Zur Ausstellung sprechen Oberbürgermeister Roland Henz, Andréa Holzherr, Magnum Photos Paris, und Museumsleiterin Claudia Wiotte-Franz. Die Ausstellung ist bis Sonntag, 20. September, zu sehen.

Eve Arnold (1912 - 2012) gehört zu den wichtigsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Als Kind russischer Einwanderer repräsentiert ihre Lebensgeschichte ein Stück weit den amerikanischen Traum: Ende der 1940er Jahre beginnt sie ihre fotografische Karriere als Autodidaktin mit einer Rolleicord-Kamera und tritt 1957 - als erste Frau - der legendären Fotoagentur Magnum bei. Berühmt wird sie mit ihren ungewöhnlichen Modeaufnahmen in Harlem zur Zeit der Rassendiskriminierung oder ihren politischen Reportagen zu Malcolm X , dem Anführer der Black Muslims.

Aber auch ihre feinfühligen Beobachtungen gerade beginnenden Lebens und die Fotografien ihrer Reisen nach Afghanistan, China und Indien beweisen ihre singuläre und zutiefst humanistische Bildsprache. Sie thematisiert die Verschleierung der Frau in den arabischen Ländern und zeigt ein China, das sich Ende der 1970er Jahre mitten im Umbruch befindet.

Blick hinter das Filmstar-Image

Ihre Themen sind hier stets von gesellschaftspolitischer Relevanz. Neben den Reisefotografien sind es insbesondere die sensiblen Porträtaufnahmen von Filmstars wie Marlene Dietrich , Marilyn Monroe und Joan Crawford , mit denen Eve Arnold Fotografiegeschichte geschrieben hat. Über 50 Jahre fotografiert sie Monroe und Co. im Studio oder zu Hause, macht Standfotografien an den Film-Sets von The Best of Everything (1959), The Misfits (1961) oder Blue Velvet (1985). Dabei versucht sie immer wieder, hinter das von Schönheitsidealen geprägte Image der Hollywood-Diven zu blicken.

Doch auch wenn ihre Themen oftmals aus der Welt der Frauen stammen, distanziert sich Eve Arnold gegen eine allzu feministische Vereinnahmung: "Ich wollte ein weiblicher Fotograf sein, und dass meiner Kamera die ganze Welt offensteht." Sie überzeugt als stille und einfühlsame Beobachterin, die stets hinter ihren Fotoobjekten zurücktritt, um - ganz im Sinne Henri Cartier-Bressons - den ,entscheidenden Augenblick‘ einzufangen. Ihre Bilder erschienen in den großen und bekannten Foto- und Modemagazinen, wie Harper's Bazaar, Vogue oder Life.

Retrospektive einer ganz Großen

Der Grande Dame des Bildjournalismus, die 2012 kurz vor ihrem 100. Geburtstag in London verstarb, widmet das Museum Haus Ludwig eine umfassende Retrospektive. Den Schwerpunkt der Saarlouiser Schau bilden dabei die Reisefotografien aus Afghanistan, China, Indien und Südafrika sowie die fotografischen Porträt-Studien von Marlene Dietrich , Marilyn Monroe , Joan Crawford , Isabella Rossellini und anderen bekannten Gesichtern des 20. Jahrhunderts.

Diese Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Magnum Photos und der Versicherungskammer Kulturstiftung.