Rehlinger Richard Ringer spurtet zum DM-Titel

DM in Berlin : Taktikfuchs Ringer schnappt sich DM-Titel

Rehlinger Läufer siegt in Berlin über die 5000 Meter. Sahner und von Eitzen verpassen eine Medaille knapp.

Licht und Schatten prägten das Bild, das die saarländischen Leichtathleten bei der deutschen Meisterschaft Anfang August in Berlin abgaben. Zur Lichtgestalt wurde Richard Ringer vom LC Rehlingen, der Gold über 5000 Meter gewann. Sein Sieg war nicht unerwartet, aber im Laufe des Rennens schlug er eine Taktik ein, die die mitgereisten Anhänger Nerven kostete. Trotz des Bummeltempos an der Spitze des Feldes hielt er sich bei der 1000-Meter-Marke (2:57,04 Minuten) nur an 16. Stelle auf. Nach zwei Kilometern lief er etwas weiter vorne, aber erst auf den letzten anderthalb Kilometern tauchte er in der Spitzengruppe auf, die von Amanal Petros (TV Wattenscheid) angeführt wurde. Als die letzte Runde eingeläutet wurde, zog dieser einen energischen Spurt an. Nur Ringer heftete sich an seine Fersen – übernahm auf der Zielgeraden die Spitze und baute den Vorsprung aus. Petros kam sogar nur auf Platz drei ins Ziel.

 Wie erbittert der Kampf war, zeigt sich in der Zeit für die letzte Runde: 53,32 Sekunden. Der letzte Kilometer (2:28,51 Min.) wurde 30 Sekunden flotter als der erste zurückgelegt. „Ich wusste, dass es heute ein sehr taktisches Rennen wird“, sagte der Sieger. „Aber es wurde genau die Taktik, die ich erwartet habe. Ich wollte nicht von vorne laufen, meine Stärke sind die letzten 100 Meter“, schwärmte Ringer, für den es der fünfte Titel über 5000 Meter war.

Knapp an Medaillen vorbei schlitterten die Rehlinger Andreas Sahner (Hammerwurf) und Christian von Eitzen (800 Meter). Sahner, der als Vierter auf 66,47 Meter kam, fehlten zu Bronze 48 Zentimeter. Von Eitzen wurde auf den letzten Metern auf Rang vier verdrängt. 

 Sprinterin Laura Müller, die die Saison in Yokohama (Japan), Weinheim und Rehlingen mit furiosen Leistungen und Saarlandrekorden begonnen hatte, konnte nach fünfwöchiger Verletzungspause ihr Leistungsniveau in Berlin nicht abrufen. Nach passablen 11,39 Sekunden im Halbfinale über 100 Meter fiel die Rehlingerin im Endlauf auf 11,51 Sekunden und Platz sieben zurück. Über 200 Meter qualifizierte sie sich im Halbfinale mit 23,68 Sekunden als Fünfte für den Endlauf, verzichtete aber angesichts ihrer eingeschränkten Fitness auf den Start.

Zu den positiven Erscheinungen gehörten der junge Hammerwerfer Fabio Hessling (LAC Saarlouis) und Siebenkämpferin Abigail Adjei (Saar 05). Hessling, der in seinem ersten Aktivenjahr mit einer Bestleistung von 64,60 Metern angereist war, übertraf in Berlin dreimal seinen Hausrekord und freute sich am Ende über 65,76 Meter und Rang fünf. Dank einer persönlichen Bestzeit von 13,61 Sekunden im Halbfinale über 100 Meter Hürden schlüpfte Adjei in den Endlauf. Dort konnte sie ihre Vorlaufleistung zwar nicht wiederholen, aber der achte Rang ist aller Ehren wert. Gute Leistungen vollbrachte Siebenkämpferin Lisa Maihöfer (Rehlingen). Im Weitsprung flog sie mit schmerzendem Sprungfuß 6,14 Meter weit und landete auf Platz sieben.

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