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Regen lässt Emmes auch zum 50. nicht im Stich

Fest in Saarlouis : Regen lässt Emmes auch zum 50. nicht im Stich

Schade natürlich: Eine Stunde vor dem Super-Feuerwerk zur 50. Emmes in Saarlouis goss es – aber sonst. . .

Der Regen hätte noch gut eine Stunde warten können. Doch am Samstag goss es schon kurz vor dem großen Musikfeuerwerk wie aus Kübeln auf Saarlouis.

Bis dahin war die 50. Emmes ein Magnet für Zehntausende von Fans des dreitägigen Volksfestes im Stadtzentrum. Bei brütender Hitze hatte Oberbürgermeister Roland Henz am Donnerstagabend zum letzten Mal offiziell den Fassanstich durchgeführt.

Unter kühleren Bedingungen folgte der Freitag. Auf der großen Bühne eröffneten "Les Scarabées" aus Frankreich als Beatles-Kopie den Abend. Richtig voll wurde es dann bei den "Höhnern". Die hatten Kölsch nicht im Glas, sondern in Noten und Texten. Die kleine Bühne an der Zeughausstraße gehörte der neunköpfigen Truppe "Skameleon". Dort zuckte es Zuhörern im Tanzbein, während Bläser und Band um Sängerin Katrin Bellinger zur Hochform aufliefen.

Immer der Nase nach ging es auf der Emmes nicht nur zum gewohnten Schwenker. Die Partnerstadt St. Nazaire hatte unter anderem Muschelsuppe und Austern im Gepäck. Etwas deftiger die Küche von Eisenhüttenstadt mit Thüringer Bratwurst und Spreewaldgurken. An Ständen gab es pikante Nudeln, XXL-Pommes und Champignons im Bierteig.

Vor 50 Jahren war die Emmes neu und entwickelte sich über Jahre weiter. Aber selbst das Jubiläum war das gewohnte, eingespielte Groß-Event. Ein bisschen so wie jedes Jahr Würstchen und Kartoffelsalat zu Silvester. "Die Emmes ist wie immer", sagte Oberbürgermeister Henz am Samstagabend hinter der großen Bühne. Etwas Neues sei die Lasershow zum Feuerwerk. Bis dahin war es am Samstag unter zunehmend grauen Wolken immer voller geworden. Die Freie Musikschule Saar hatte wieder Newcomerbands auf dem kleinen Markt versammelt. An den drei Tagen ließen 21 Gruppen die Saiten und Trommelfelle glühen.

"Auch wer nicht gut singen kann, muss richtig loslegen", sagte Carsten Herrmann, Sänger von "Southern Caravan Breath", im 70er-Jahre-Jacket mit weißen Bordüren. "Rauf auf die Bühne und ab geht's." "50 Jahre Emmes, und 40 Jahre dabei", sagte ein Besucher. Die Fans lieben es und standen dicht gedrängt vor Bühnen und an Ständen. Viele selbst noch im Regen bis zum großen bejubelten Musikfeuerwerk, unter Schirmen und mit aus Bierbänken aufgestapelten Unterständen. Aus Fenstern des Rathauses flimmerten Fächer aus Laserstrahlen über den verregneten Großen Markt. Vom Stadtgarten-Gymnasium schossen gleißende Raketen in den Himmel über Saarlouis. Spiralen aus Licht rotierten durch die Dunkelheit. Wie Sternenstaub zerplatzten Feuerwerkskörper unter schwarzen Wolken, 15 Minuten lang und begleitet von sinfonischer Musik. Wie vom Regen leer gespült wirkte das Stadtzentrum danach. Aber in trockenen Kneipen herrschte noch Hochbetrieb bis tief in die Nacht.

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