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Raphael Schäfer und Patrik Lauer in der SZ-Podiumsdiskussion zur Wahl des Landrates

Landratswahl 2019 im Kreis Saarlouis : „Wenn er morgens nicht kommt, sind wir vor der Tür“

„Das ist für mich persönlich der größte Erfolg meiner Amtszeit, und das ziert, glaube ich, gerade einen sozialdemokratischen Landrat“: Auf die „Startbahn 25“ ist Landrat Patrik Lauer in der Podiumsdiskussion in Saarlouis erkennbar stolz.

Das Projekt habe die Jugendarbeitslosigkeit im Kreis binnen fünf Jahren von 4,8 Prozent auf „0,0034 Prozent“ gesenkt, bundesweit der Bestwert. Kern des Projektes: Jugendliche, aus welchen Gründen auch immer von langer Arbeitslosigkeit bedroht, werden „nicht mehr rumgeschickt, sondern in den Mittelpunkt der Bemühungen gestellt“. Bis dahin, „dass wir vor der Tür stehen, wenn der Jugendliche morgens nicht bei uns erscheint“. 1600 junge Leute seien so bisher in Ausbildung oder Arbeit gebracht worden. Ein ähnliches Modell, sagte Lauer, schwebe ihm für Flüchtlinge vor. „Qualifizieren, qualifizieren, qualifizieren“ nannte Lauer als wichtigste Maßnahme.

Raphael Schäfer ergänzte, darüber nicht die Langzeitarbeitslosen zu vergessen, „auch wenn das das Bohren besonders dicker Bretter bedeutet“.

Schäfer setzte sich in der Diskussion erneut dafür ein, „den Kreistag zu stärken“ und dafür die Entscheidungsfreiheit eines Landrates auch zu begrenzen. So soll seiner Meinung nach im Saarland erlaubt werden, dass auch Bürgermeister in den Kreistag gewählt werden können. Das werde dazu führen, dass die von allen Kommunen zu zahlende Kreisumlage sinke. In Baden-Württemberg sei das so. Lauer: Und in Rheinland-Pfalz? Da sei es auch erlaubt, aber ohne diesen Effekt. Schäfer will weiter, dass nicht mehr der Landrat, sondern der Kreistag über bestimmte Personaleinstellungen entscheidet, etwa bei Hausmeistern. Lauer entgegnete, dass dies kaum praktikabel sei.