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Quote stabil, Jüngere profitieren

Quote stabil, Jüngere profitieren

Ruhiges Fahrwasser nennt die Arbeitsagentur den Arbeitsmarkt im Kreis Saarlouis im September. 5518 Arbeitssuchende zählt die Statistik, 5,4 Prozent. Genau genommen sind es aber fast 10 000.

Ein knappes Drittel der arbeitssuchend gemeldeten Menschen im Kreis Saarlouis bewegt sich auf dem gängigen Arbeitsmarkt , wenden sich also an die Agentur für Arbeit. Es sind die Arbeitskräfte, die relativ schnell, spätestens nach einem Jahr, wieder im Job sind. Für diese Menschen sieht der heimische Arbeitsmarkt gar nicht schlecht aus: im September suchten 126 weniger als im August, nämlich 1737, Arbeit. Laut Arbeitsagentur sind dies 141 oder 7,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Vor allem die Jüngeren unter 25 Jahren profitierten von diesem Rückgang der Arbeitslosigkeit . Im September waren noch 285 Personen aus dieser Altersgruppe arbeitslos, 12,8 Prozent weniger als im August und 16,2 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Anders sieht es bei den übrigen zwei Dritteln aus. Sie sind beim Jobcenter des Landkreises gemeldet, sind oft lange Zeit arbeitslos und bekommen staatliche Leistungen wie Grundsicherung. Das waren im September 3781 Menschen, 113 mehr als im August, knapp unter dem Vorjahreswert. Gesunken ist dabei allein - auch hier- die Zahl der unter 25-Jährigen. Dank "Sofortangeboten" seien jetzt nur noch 18 von ihnen ohne Arbeit, halb so viele wie im Vorjahresmonat. 1880 Klienten des Jobcenters sind mehr als ein Jahr arbeitslos, 97 oder 4,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Um 119 gestiegen hingegen ist der Anteil von arbeitssuchenden Ausländern mit Grundsicherung (jetzt 1012). Laut Jürgen Haßdenteufel, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland, geht die in den vergangenen Monaten gestiegene Zahl vor allem auf Flüchtlinge zurück, die sich arbeitslos meldeten. Haßdenteufel rechnet hier mit künftig niedrigeren Zahlen.

Die Lage der Klienten des Jobcenters würde als mehr oder weniger stabil gelten, wären da nicht noch 5880 weitere Personen, die als in "Unterbeschäftigung" gezählt werden. Das sind 780 oder 14,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Als Unterbeschäftigung gelten zum Beispiel arbeitspolitische Maßnahmen. Insgesamt also hat das Jobcenter des Kreises fast 10 000 Klienten, die viel schwieriger zu vermitteln sind als die 1737 der Arbeitsagentur im Kreis Saarlouis .

Bei denen, die über die Agentur für Arbeit einen Job suchten, befanden sich im September 2177 Personen in "Unterbeschäftigung", das waren 430 oder 16,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Macht zusammen mit den 1737 Arbeitssuchenden fast 4000 Klienten der Arbeitsagentur.

Zusammengenommen: Im Kreis Saarlouis sind bei den Behörden fast 14 000 Menschen gemeldet, die entweder Arbeit im Sinne der Statistik suchen oder dort nicht auftauchen, weil sie in Maßnahmen weiter befähigt werden sollen, tatsächlich aber gerne einen regulären Job hätten.

Die politisch verwendete Zahl allerdings beschränkt sich auf die im September 5518 Männer und Frauen im Landkreis Saarlouis , die Arbeit suchten. Das waren 13 weniger als im August, 188 weniger (minus 3,3 Prozent) als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich so im September gegenüber September 2015: minus 0,1 Prozent.

Zum Vergleich: Der Landkreis St. Wendel meldet für September 3,9 Prozent (plus 0,2 Prozent zum Vorjahr), der Landkreis Merzig-Wadern: 5,3 Prozent (plus 0,2 Prozent zum Vorjahr), Saarpfalz-Kreis: 5,5 Prozent (plus 0,3 Prozent zum Vorjahr),

Landkreis Neunkirchen: 8,4 Prozent (plus 0,4 Prozent zum Vorjahr), Regionalverband Saarbrücken: 9,7 Prozent (minus 0,5 Prozent zum Vorjahr).

Übrigens hat sich die ohnehin niedrige Zahl der Arbeitslosen der Geschäftsstelle Lebach der Arbeitsagentur (Stadt Lebach, Schmelz) um weitere 20 Arbeitslose auf jetzt 789 verringert. Arbeitslosenquote : 4,4 Prozent.