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PwC will beim Kreis über 30 Stellen streichen

PwC will beim Kreis über 30 Stellen streichen

Berater der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC haben gestern Abend dem Kreistag Saarlouis ihren Bericht zur Modernisierung der Verwaltung vorgelegt. Darin schlagen sie auch einen Stellenabbau vor.

Es ging sehr zügig, als Peter Jagnow von PwC gestern einen ersten Eindruck vom Bericht seines Unternehmens zu Struktur und möglicher Modernisierung der Verwaltung des Landkreises Saarlouis vorstellte. Der Projektleiter der Untersuchung, die im Mai 2013 begann, ließ wenig Zeit, die auf Leinwände geworfenen Folien im Detail zu lesen. Doch auch im Schnelldurchgang wurde klar: Die Wirtschaftsprüfer haben an einigen Ecken ausgemacht, was sie gerne "Optimierungspotenzial" nennen.

Jagnow brachte zunächst Vergleichszahlen mit den anderen Kreisen im Land, die Landrat Patrik Lauers einführende Worte - "wir können uns sehen lassen" - bestätigten. 152 Euro je Einwohner und pro Jahr Personalkosten oder 3,0 volle Stellen je 1000 Einwohner sind günstigere Werte als in Merzig-Wadern, Neunkirchen, St. Wendel und Saarpfalz-Kreis (der Regionalverband blieb wegen "besonderer Bedingungen" außen vor).

"Haus Saargau veräußern"

Doch die Liste der von Jagnow mit gewissem Stolz verkündeten "insgesamt 100 konkreten Vorschläge" zur Verbesserung von Finanzen, Prozessen und Organisation enthält auch Anregungen zu merklichen Einschnitten. Das Haus Saargau sollte der Kreis wegen geringer Auslastung bei kulturellen Veranstaltungen veräußern. Die Notwendigkeit einer Außenstelle Lebach des Gesundheitsamts ist zu überprüfen, Schulstandorte sind kritisch zu betrachten. Beim Flugplatz Düren , Einrichtungen der Kulturgesellschaft und bei der Kita Kinderland müssten die Beiträge erhöht werden, der Wirtschaftsförderungsverband Untere Saar (WFUS) gehört für die PwC-Berater aufgelöst.

Beispiele, die in der politischen Diskussion auf großes Interesse stoßen werden. Eine Diskussion, die gestern noch nicht geführt wurde. Oswald Kriebs, SPD , und Andreas Kiepsch, CDU , erklärten für ihre Fraktionen allerdings schon mal, dass bestimmt viele gute Ideen in den Vorschlägen steckten. Das gilt dann auch für den Abbau von 33 der heute 711 vollen Stellen bis 2018. Drei statt sechs Dezernate und elf statt heute 21 Ämter sind ebenfalls angeregt. Über drei Millionen Euro will PwC so jährlich sparen. Viel Geld, aber eben doch nur ein kleiner Prozentsatz des Gesamthaushalts.

Meinung:

PwC präsentiertPaukenschläge

Von SZ-Redakteur Mathias Winters

Mein lieber Herr Gesangsverein! Das gibt noch eine Menge Diskussionsstoff. Auch wenn es gestern noch nicht so richtig durchgedrungen sein sollte, weil die Kreisverordneten vom vorangegangenen Schulthema ermüdet waren: In der PwC-Präsentation stecken ein paar Paukenschläge. Überschwänglich wurden die Gutachter gelobt, äußerst herzlich dankten diese für die Kooperation in der Verwaltung. Mal sehen, was daraus wird, wenn es ans Eingemachte geht. Wie war das mit dem Tiger und dem Bettvorleger?