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„Potenzial im deutschen Markt“

„Potenzial im deutschen Markt“

Auf einem der größten neuen Industriegebiete Südwestdeutschlands, dem Lisdorfer Berg in Saarlouis, sind die Bauarbeiten in vollem Gange. Zum Beispiel beim Rollladenhersteller Lakal, der am Wochenende zum Tag der offenen Baustelle eingeladen hatte.

Hinten in dieser dritten Halle erkennt man die Tore: Von dort werden die firmeneigenen Lkw mit den Produkten beladen. Fotos: Hartmann Jenal.

Der Clou des neuen Betriebsgeländes der Lakal GmbH auf dem Lisdorfer Berg in Saarlouis steckt genau genommen in der dritten Halle und ist völlig unspektakulär: fünf Öffnungen für die hauseigenen Lkw. Von hier bringen die 45 Fahrer von Lakal mit 35 Lkw, 18- und 7,5-Tonner, sowie sechs Sprintern bis zu 1500 Rollladensysteme aus Aluminium täglich zu den Kunden.

Die Touren müssen außer nach geografischen nach zwei weiteren Kriterien zusammengestellt werden, eine logistische Leistung: Produziert wird so, dass alle Kunden innerhalb von fünf bis sieben Tage nach Bestellung ihre Rollladen und Tore haben. Die Rollladen wiederum sind sämtlich in Breite und Länge individuell nach Bestellung gefertigt. Denn für sie gebe es keine Standardmaße, sagte Geschäftsführer Alfons Ney bei der "offenen Baustelle" am Wochenende. Zumal die meisten der Rollladen und Raffstores anlässlich der Sanierung bestehender Gebäude bestellt würden. Die Lakal-Kunden sind Handwerksbetriebe, ganz kleine bis mittelständische Betriebe, Rollladenbauer, Fensterbauer.

Diese logistische Leistung wolle Lakal noch weiter verbessern, sagt Ney: Die Produktion würde idealerweise direkt passend in die Lkw einlaufen.

Lakal machte im vergangenen Jahr rund 65 Millionen Euro Umsatz. 70 Prozent davon in Frankreich, sagt Ley.

Das Frankreich-Geschäft hat Tradition seit der Gründung von Lakal vor rund 90 Jahren. 1924 wurde das Unternehmen als Firma Karl Achenbach gegründet. Heute gehört es (wie auch die Dillinger Bartzwerke) zu der Dr.-Arnold-Schäfer-Gruppe. Hinter ihr stehen mehrere Eigentümerfamilien.

Seit 2009 heißt das Unternehmen Lakal GmbH - Lakal ist der alte Produktname, der nun für das ganze Unternehmen verwendet wird.

25 Prozent seines Umsatzes macht Lakal im deutschsprachigen Raum. Ney: "Da sehen wir noch ein großes Potenzial." Am bisherigen Standort Saarbrücken fehle aber Platz für die Ausweitung der Produktion. Deswegen zieht die Fabrik komplett auf den Lisdorfer Berg, Investition 20 Millionen Euro. Unternehmenssprecher Thomas Schommer: "Jeder der 325 Mitarbeiter, der das möchte, zieht mit um." Gut 90 Prozent hätten sich dafür entschieden. Wie viele zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, werde man im Laufe der nächsten Jahre sehen, erklärt Ney. Rund 60 Prozent der Lakal-Leute kommen aus Frankreich.

Spatenstich auf dem Lisdorfer Berg war im September 2015. Bis April 2017 zieht die Fabrik etappenweise aus Saarbrücken um, bei laufender Produktion, wie Ney versichert. Später nachziehen werde der kleine Teil der Produktion in Gersweiler. Dann wird alles hier produziert: Auf Coils kommt norwegisches Aluminium . In Lisdorf werden die Lamellen geformt, mit Schaum ausgespritzt, zugeschnitten und dann zu Rollladensystemen zusammengeführt. Verpackt für den Lkw wird alles in nur einem Karton pro Produkt.