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Positive Bilanz nach erstem Fusionsjahr

Saarlouis. Zufrieden zeigt sich die Volksbank Westliche Saar plus nach ihrem ersten Jahr. Die Fusion zweier Volksbanken in Saarlouis kostete Geld, aber wichtige Kennziffern stimmten, sagte Vorstandssprecher Edgar Soester bei der Bilanzpressekonferenz für 2014. Johannes Werres

Banker sind vorsichtig im Formulieren, vor allem bei Prognosen. Die Gefahr einer Immobilienblase in Saarlouis sehe er nicht, sagte Peter Scholl bei der Bilanz-Pressekonferenz der Volksbank Westliche Saar plus für 2014. Die Immobilienpreise seien "noch überschaubar", aber: "mit Überhitzungstendenzen, sodass sie die Obergrenze durchaus darstellen könnten", unterstrich das Vorstandsmitglied. Durchaus denkbar, dass die jetzigen hohen Preise bei einem späteren Verkauf zu Verlusten führen könnten. Das gelte für gebrauchte Immobilien und noch mehr für Bauland. Die Preise freilich werden bezahlt.

"Die Leute gönnen sich was, Autos, Urlaub, Immobilien und Sanierung", beobachtet Vorstandskollege Manfred Ziegler. Denn die Zinsen blieben auch 2014 niedrig. Das schlug sich 2014 bei der Volksbank Westliche Saar plus gegenüber dem Vorjahr um 14 Millionen Euro höheren Volumen der Privatkredite nieder; die liegen nun bei 431 Millionen Euro . Firmen nahmen etwas weniger auf als im Vorjahr. Grund, so Vorstandssprecher Edgar Soester: "Die Kapitalisierung der Firmen war besonders gut." Deswegen leisteten sie mehr Sondertilgungen als sonst. Das Kreditvolumen insgesamt blieb mit 588 Millionen Euro stabil.

Mit Krediten ließ sich 2014 wegen der niedrigen Zinsen nochmals weniger verdienen als zuvor. Der Zinsüberschuss schrumpfte leicht von 21,7 auf 21,6 Millionen Euro . Diese Entwicklung werde den Banken wohl ab 2016 richtig zu schaffen machen, sagte Soester.

Die Volksbank werde dennoch nicht in riskantere Anlagen investieren, unterstrich Vorstandsmitglied Rüdiger Daub. Allein mit Provisionen aus Geschäften mit Wertpapieren, Krediten oder Bausparverträgen (Provisionsüberschusss 2014: 7,58 Millionen Euro , minus 200 000) sei die fallende Zinsspanne nicht zu kompensieren. Im Netz wolle man mehr anbieten als bisher, kündigte Soester an. Kosten müssten gesenkt werden, untersucht werde auch, ob es bei den 23 Filialen zwischen Rehlingen-Siersburg und Saarbrücken bleibe.

Die Bilanzsumme der Bank ist 2014 um 15 Millionen Euro auf 860 Millionen leicht geschrumpft. Soester führte das im wesentlichen auf "Anpassungen bilanzieller Strukturen" der beiden fusionierten Institute zurück. Die Kosten der Fusion der früheren Volksbank Saar West und der Volksbank Saarlouis sollen möglichst komplett in der 2014er Bilanz untergebracht werden, sagte Soester. Dazu gehört ein Glasanbau hinter dem historischen Gebäude der Bank am Busbahnhof, Kosten zwei Millionen Euro . Das Eigenkapital wuchs 2014 von 74,3 auf 77 Millionen, es erfülle die ab 2018 geltenden Anforderungen ("Basel III"), sagte Soester, "komfortabel".

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