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Polizei erhöht Präsenz in Innenstadt

Polizei erhöht Präsenz in Innenstadt

Im Jahr 2016 haben sich die Straftaten rund um den Kleinen Markt ge- häuft. Dem will die Polizei entgegenwirken. Künftig gibt es daher wieder mehr Streifen und Kontrollen.

Ein Junge zuppelt aufgeregt an der Jacke seiner Mutter. Er zeigt mit dem Finger auf die beiden Männer in Uniform. Ein paar Jugendliche blicken skeptisch auf. Schließlich bleibt eine ältere Dame stehen und spricht Norman Becker und Christoph Masloh an. Für die Polizisten ist es ein ganz normaler Tag. Sie sind auf Streife in der Fußgängerzone. "Hin und wieder kommen Menschen zu uns, wenn sie Fragen haben und dafür nicht extra auf die Dienststelle gehen wollen", sagt Masloh. "Manche grüßen auch einfach nur. Sie freuen sich, dass wir das sind", ergänzt Becker.

Seit zwei Wochen sind in der Saarlouiser Innenstadt wieder mehr Polizisten unterwegs. Bisher jedoch in Zivil. "Wir wollen die Sicherheit weiter verbessern", teilt Christian Zimmer, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Saarlouis, mit. Die Beamten überwachen vor allem den Zentralen Busbahnhof, den Kleinen Markt, den Hohenzollernring und den Löwenpark. "Im Jahr 2016 haben wir in diesen Bereichen eine Häufung von Straftaten registriert", sagt der Polizeioberrat. Darunter waren auch 26 Körperverletzungen, drei Raubdelikte, vier Bedrohungen, 35 Taschendiebstähle und vier Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Hinzu kamen knapp 100 Einsätze, denen keine konkrete Straftat zu Grunde lag. "Wir möchten dem entgegenwirken, bevor sich problematische Strukturen entwickeln", erklärt Zimmer. Es sei besser zu handeln, bevor es zu spät ist. In den vergangenen 14 Tagen führten die Beamten in der Innenstadt daher 78 Personenkontrollen durch. Dabei haben sie Hinweise auf Straftaten erhalten und konnten sechs Strafverfahren wegen unerlaubten Drogenbesitzes einleiten.

Den Polizisten ist auch aufgefallen, dass sich am Busbahnhof oft größere Gruppen versammeln. "Dabei handelt es sich meist um Jüngere", sagt Masloh. Bei seinen Einsätzen hat er beobachtet, dass einige Jugendliche pöbeln und Passanten verbal belästigen. Bei diesen Ordnungsstörungen wird die Polizei ebenfalls frühzeitig einschreiten. "Wir möchten niemand vertreiben, der dort seine Freizeit verbringt", stellt Zimmer klar. Vielmehr gehe es darum, die Entstehung eines möglichen Brennpunktes im Ansatz zu unterbinden. "Ich will keinesfalls das Bild eines besonders gefährlichen Ortes zeichnen. Das ist der Kleine Markt definitiv nicht." Die Sicherheitslage in der Innenstadt sei sehr gut. Und das solle sie auch in Zukunft bleiben. Noch bis mindestens Anfang Mai werden daher vermehrt Streifen präsent sein.

Dass sich die PI diese Überwachung leisten kann, habe laut Zimmer auch mit der Operativen Einheit (OPE) zu tun. Sie ist seit Anfang März in Saarlouis stationiert. Ihre 18 Mitglieder unterstützen die Dienststelle und die umliegenden Inspektionen, wenn sie nicht mit der OPE im Einsatz sind.

Auch Masloh und Becker sind Mitglieder der Einheit. Auf Streife gehen sie gerne. "Es ist gut, dass uns die Menschen direkt ansprechen können", sagt Becker. Seit gestern sind die Beamten daher in Uniform unterwegs. Schließlich will die PI nicht nur gegen Störenfriede und Drogenkonsum vorgehen. Ziel sei es, vor allem ansprechbar für die Bürger zu sein.