Plattform für heimische Zulieferer

Saarlouis. Heizungen, so flach wie ein Stück Pappe, stabile Rahmen für die Karosserie und massive Motorblöcke. Das waren einige der Produkte, die am Montagnachmittag beim ersten Automotive-Kooperationsforum" im Landkreis Saarlouis von rund 40 Ausstellern gezeigt wurden. 26 Kilogramm wiegt ein Motorblock aus Aluminium, den die Firma "Nemak" aus Dillingen herstellt

 Produktmanager Roman Müller von Nemak und Ausbildungsleiter Walter Berger (von links) erklären einen Vierzylinder-Motorblock aus Aluminium. Foto: Johannes A. Bodwing

Produktmanager Roman Müller von Nemak und Ausbildungsleiter Walter Berger (von links) erklären einen Vierzylinder-Motorblock aus Aluminium. Foto: Johannes A. Bodwing

Saarlouis. Heizungen, so flach wie ein Stück Pappe, stabile Rahmen für die Karosserie und massive Motorblöcke. Das waren einige der Produkte, die am Montagnachmittag beim ersten Automotive-Kooperationsforum" im Landkreis Saarlouis von rund 40 Ausstellern gezeigt wurden. 26 Kilogramm wiegt ein Motorblock aus Aluminium, den die Firma "Nemak" aus Dillingen herstellt. So ein Teil entsteht in enger Abstimmung mit dem jeweiligen Autohersteller. "Wir machen dann zuerst eine Form aus Quarzsand", erklärte Produktmanager Roman Müller. Die werde mit einem Spezialkleber versehen, dann komme 720 Grad heißes Aluminium in die Hohlräume.

Komplizierter Ablauf

Was sich einfach anhört, ist ein komplizierter Ablauf. Dabei darf das Material nicht zu schnell abkühlen, und es dürfen keine Blasen entstehen. Damit der Sauerstoff nicht mit dem Aluminium reagiert, wird die Form vorher mit Stickstoff ausgespült. "Ein Vierzylinder dauert um die 23 Sekunden", sagte Ausbildungsleiter Walter Berger. Was am Montag auf den ersten Blick wie eine Messe rund ums Auto aussah, ist Teil des Konzeptes des Wirtschaftsverbandes Untere Saar (Wfus), Stadt Saarlouis und dem Netzwerk Automotive-Saarland. Sie wollen die für das Saarland wichtige Säule der Autoindustrie weiter stärken. Denn um die 46 000 Arbeitsplätze hängen hier am Automobil. Und der Landkreis Saarlouis ist drittgrößter Automobilzulieferer im Saarland. Zu den Ausstellern seien noch an die 40 weitere Unternehmen als Besucher hinzu gekommen, sagte Jürgen Pohl, Geschäftsführer des Wfus. Fachvorträge ergänzten die Veranstaltung bei "Braun Car Tec". "Wichtig ist das Kennenlernen untereinander", führte Pohl weiter aus. Denn mit stärkerer Zusammenarbeit könne mehr Wertschöpfung in der Region bleiben. Deshalb sei angedacht, dass die Veranstaltung alle zwei Jahre stattfinde.

Spezielles Stahl-Verfahren

Mit etwa 700 Tonnen wird Stahl zu einem Getriebetunnel gebogen und gepresst. Das Werkzeug dafür entsteht bei Braun Car Tec in Schwalbach und Saarlouis. Es ist eine Art Spiegelbild des späteren Getriebetunnels, jedoch als massiver und länglicher Stahlblock mit zahlreichen Bohrungen. "Wir haben darin unterschiedliche Kühlkreise, denn wir müssen die Wärme gezielt abführen", erklärte Braun Car Tec-Geschäftsführer Patrick Lonsdorfer. Warmumformung nennt sich das Verfahren, bei dem Stähle noch im heißen Zustand ihre endgültige Form erhalten. Damit spare man nicht nur Zeit und Material. Es ermögliche auch, höchstfeste Stähle zu verarbeiten. Damit lassen sich beispielsweise pro Rad um die zwei Kilo Gewicht einsparen.