Perfektion bis ins Detail

Saarlouis. Klaus Fischbach wirkte drei Jahrzehnte als Kapellmeister am Trierer Dom. Er lehrte Chorgesang und Chorleitung an der Bischöflichen Kirchenmusikschule, deren Direktor er war. Sein Name wird in der Chorszene mit ausgefeilter Klangästhetik verbunden

Saarlouis. Klaus Fischbach wirkte drei Jahrzehnte als Kapellmeister am Trierer Dom. Er lehrte Chorgesang und Chorleitung an der Bischöflichen Kirchenmusikschule, deren Direktor er war. Sein Name wird in der Chorszene mit ausgefeilter Klangästhetik verbunden. 1962 gründete er den Madrigalchor Klaus Fischbach, einen kleinen 20- bis 22-köpfigen Kammerchor, der mit ersten Preisen internationaler Chorwettbewerbe europaweit Erfolge erzielte. Er gehört zu den besten Chören in der Region. Gelungener BrückenschlagDank seines umfassenden Wissens um die Aufführungspraxis aller Musikzeitalter sowie der exzellent geschulten Stimmen und dem hohen Maß an Musikalität, gelingt Professor Fischbach und seinen Sängern der Brückenschlag zwischen der Alten zur Neueren Kirchenmusik. So bewegte sich sein Madrigalchor wieder mal mit traumwandlerischer Stilsicherheit durch mehrere Epochen und Genres. In der gut gefüllten und noch weihnachtlich geschmückten Lisdorfer Kirche wurden vier- bis achtstimmige Kompositionen vorgetragen, Choräle im Weihnachtsfestkreis und aus der Passionszeit sowie Motetten aus dem Liturgiekreis des Jahres gesungen - a cappella. Den Ton gibt der Maestro an. Sein Dirigat ist zurückhaltend, doch eindeutig. Zum Einstieg gab der Chor mit einer sechsstimmigen Psalmmotette des Litauers Vitautas Miskinis einen Vorgeschmack auf das, was ihn so elitär macht. Nicht nur, dass Fischbach über strahlende Stimmen, insbesondere im Sopran, verfügt, auch die Gesangstechnik ist in allen Tonlagen geschliffen: Es ist das Legato als Stilelement, das dank guter Stimm- und Atemkultur durchgängig beibehalten werden kann, es sind wie im Spiritual "Were you there" von Norman Luboff die Crescendi und Descrendi, die beeindrucken, dazu die präzisen Einsätze, Zäsuren und die mitunter sanft ausklingenden Schlüsse. Nicht zu vergessen die pointierte Artikulation. Perfektion bis ins Detail. Noch eindrücklicher erklang der homogene Chorgesang von der Empore herab, den Josef Still an der Orgel begleitete: Hymnischen Gesänge von Vivaldi, Yves und Britten. Der Trierer Domorganist hatte der Mayer-Orgel bereits zuvor teils sphärische, teils furiose Klänge entlockt. Er bereicherte das Konzert mit "Weihnachten in der uralten Marienkirche zu Krakau" von Nowowiejski und der Fantasie über den Choral "Halleluja! Gott zu loben", op. 52/3 von Reger. Die Konzertbesucher waren begeistert.