Patrik Lauer gewinnt Landratswahl mit über 60 zu 40 Prozent

Landratswahl im Kreis Saarlouis : 13 zu Null und 60 zu 40 für Patrik Lauer

SPD-Amtsinhaber gewinnt Landratswahl deutlich gegen CDU-Herausforderer Raphael Schäfer.

Es ist kurz nach 20 Uhr. Offiziell im Landratsamt angekommen sind erst die Ergebnisse der Landratswahl auf Bous und Ensdorf. Mit über 60 und knapp 65 Prozent der Stimmen liegt in den beiden Gemeinden Patrik Lauer, SPD, vor Konkurrent Raphael Schäfer, CDU. Offiziell, also nach der Reihenfolge der Meldungen, wie sie die Kommunen an den Kreiswahlleiter schicken sollten: Europawahl, Landrat und dann aus den zehn Städten und Gemeinden, wo das anstand, die Bürgermeisterwahlen.

Das wird so in der Abfolge nicht klappen, aber die zwei Bewerber wissen über den direkten Draht in die örtlichen Wahlämter mehr. Schäfer gratuliert. Dem SR sagen die beiden, dass dies wohl der Trend sein dürfte, 60 zu 40 Prozent für Lauer. Exakt wird Wahlleiter Joachim Breunig um 22.47 Uhr verkünden: 61 043 Stimmen für Lauer, 38 938 Stimmen für Schäfer, in Prozenten 61,05 zu 38,95 für den SPD-Mann.

Ein deutliches Ergebnis. Und es kommt, wie Lauer schon bald verraten wird, weil ihn die Botschaften erreicht haben, bevor die Meldungen an Breunig und Kollegen erfolgt sind, etwas dazu, was laut bestätigtem Amtsinhaber „noch nie dagewesen ist“. Ein 13 zu Null nämlich. Lauer gewinnt in allen Städten und Gemeinden. Von früheren Hochburgen wird bei allen anderen Wahlen nur noch bedingt die Rede sein können. SPD und CDU lassen vielerorts Federn – da eher im Trend der Europawahl. Aber Personenwahlen gehen anders.

Landrat_Saarlouis 2019. Foto: SZ/Steffen, Michael

Die Spannung ist also sehr früh raus. Die Protagonisten werden umarmt, nach drei, vier weiteren auf Großleinwand angezeigten Ergebnissen beginnen die Sozialdemokraten im großen Sitzungssaal des Landratsamts schon mal mit hörbarem Applaus.

Derweil ist Schäfer keineswegs zerknirscht. „Das ist keine Enttäuschung für mich, sondern das, mit dem ich in etwa gerechnet habe“, sagt er der SZ. „Sehr gut“ seien die 40 Prozent. Und wird er es in zehn Jahren, wenn die zweite Amtszeit von Lauer abgelaufen sein wird und er in Ruhestand gehen wird, nochmal probieren. „Ach je“, lacht Schäfer, „bis dahin fließt so viel Wasser die Saar runter.“

Lauer genießt seinen Erfolg. Er vergisst ebenso wenig wie Schäfer den Dank ans Team und die Wählerschaft. „Eine tolle Energieleistung von allen.“ Er freut sich über die Zustimmung „von so vielen Menschen, die ich getroffen habe. So offen war das bisher nie, wie oft gesagt wurde: ,Ich wähle dich.’“

Was er in den kommenden zehn Jahren anders machen wird als in den sieben zurückliegenden an der Spitze der landrätlichen Verwaltung? Er stutzt. Nach solch einem Erfolg? Das sei doch eher eine Bestätigung der bisherigen Arbeit. Aber sicher gebe es immer was besser zu machen. Die Leute im Landratsamt „noch besser mitnehmen“, nennt er als Beispiel.

In der Analyse schnell einig: Amtsinhaber Patrik Lauer (links) mit seinem unterlegenen Konkurrenten Raphael Schäfer. Foto: Lara Kühn

Es geht alsbald zum Feiern für die Sozialdemokraten, die ja nicht so viel Grund dafür haben an diesem Tag. Und offen ist nach Feststellung des 13:0/60:40 noch das Ergebnis der Kreistagswahl. Schwarz-Grün könnte es werden. Das könnte herausfordernd werden für einen roten Landrat. Sorgen darüber? Die werden an diesem Abend erstmal verschoben.

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