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Partnerschaft Bochnia und Landkreis Saarlouis besteht seit 20 Jahren

Kostenpflichtiger Inhalt: Partnerschaft mit Bochnia : Polnische Freunde zu Besuch in Saarlouis

Im nächsten Jahr feiert die Partnerschaft von Bochnia mit dem Kreis Saarlouis 20. Geburtstag.

„Die Chemie stimmt“, bewertete Gastgeber Landrat Patrik Lauer den dreitägigen Besuch aus Polen. Dazu war sein Amtskollege Adam Korta mit einer fünfköpfigen Delegation vergangene Woche aus Bochnia angereist. Sein Antrittsbesuch dauerte von Montag bis Mittwoch. Und er verlief mit einer Vertrautheit, als läge Bochnia nicht 1200 Kilometer entfernt in Polens Süden, sondern nachbarschaftlich gleich hinter der Grenze.

Zur Delegation gehörten außerdem Vize-Landrat Ryszard Drozdzak, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins in Bochnia, Elżbieta Mazur-Zagórska, von der Abteilung für Förderung, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit Sabina Kierepka sowie Dolmetscherin Kinga Struzik. Hintergrund des Besuchs ist die seit Juni 2001 bestehende Partnerschaft zwischen dem Landkreis Saarlouis und dem polnischen Pendant Bochnia. Damals unterzeichneten Landrat Peter Winter und sein Kollege Ludwik Wegrzyn die Urkunde.

2019 wurde Adam Korta zum neuen Landrat Bochnias gewählt. Er ist Vertreter der vierköpfigen Fraktion der Freien Wähler. Vize-Landrat Ryszard Drozdzak gehört zur Bauernpartei, die mit den Freien Wählern eine Koalition bildet. Anders als der hiesige Landrat ist Korta nicht von der Bevölkerung gewählt, sondern vom Kreistag bestimmt worden. Ebenso sein Vize Drozdzak. Mit zwölf Sitzen hat ihre Koalition nur eine Stimme mehr als die oppositionelle PiS (Prawo i Sprawiedliwość). Die PiS stellt seit 2015 die Regierung in Polen und vertritt einen nationalen und zum Teil europaskeptischen Kurs.

Korta hingegen ist proeuropäisch eingestellt. In Europa sehe er eine gute Chance für die Zukunft der dort lebenden Menschen, erklärte er. Der Ankunft am Montagnachmittag folgte ein Rundgang durch die Stadt, abends begrüßte Landrat Lauer die Delegation mit einem Abendessen. Am Dienstagmorgen informierte Lauer die Gäste im Landratsamt über Aufbau und Arbeit der Verwaltung.

Dabei zeigte sich Adam Korta überaus interessiert. „Fast 90 Prozent der Aufgaben überschneiden sich“, stellte er anschließend fest. Doch anders als Saarlouis habe er als „schwere Aufgaben noch das Krankenhaus und den Straßenbau“. „Ich finde es einen großen Akt der Wertschätzung, dass Ihr so an uns interessiert seid“, sagte Lauer. Korta bedankte sich „für so viel Geduld“, denn „wir bekommen auch tolle Impulse“. Der Austausch bringe beiden Seiten Vorteile und helfe, Fehler zu vermeiden.

Im Anschluss folgte eine Fahrt zum Europa-Museum in Schengen mit Weinprobe und Winzeressen in Perl. Nach Besichtigung der Feuerwache Saarlouis am späteren Nachmittag stand ein ausgelassener Dienstagabend in der Feuerwache Wadgassen auf dem Programm. Dort gab der Karnevalsverein „Die Glasspatzen“ den polnischen Gästen einen Einblick in die saarländische Faasend. Ein kultureller Aspekt, der in Bochnia kaum eine Rolle spielt.

Nach Besichtigung der Dillinger Hütte am Mittwochmorgen und Mittagessen im Hütten-Casino hatte Landrat Lauer zum abschließenden Abendessen eingeladen. Anwesend waren unter anderen Vertreter der Feuerwehr, der Kreistagsfraktionen sowie Dezernenten der Kreisverwaltung. Die Abreise nach Bochnia erfolgte am Donnerstagmorgen gegen sechs Uhr.

Im nächsten Jahr feiern die Landkreise Bochnia und Saarlouis ihren 20. Jahrestag der Partnerschaft. „Mit 20 Veranstaltungen“, versicherten Korta und Lauer. „Zehn in Saarlouis und zehn in Bochnia.“ Ein Jahr später folgt der 20. Geburtstag des Partnerschaftsvereins. „Das Wichtigste“, stellte Adam Korta für die Zukunft der Partnerschaft fest, „das sind die Leute“. Dafür gebe es bereits eine gute Grundlage. Denn „die Treffen haben bestätigt, was mir meine Mitarbeiter über Saarlouis dargestellt hatten, vor allem über die Freundschaft“.

Besuch bei der Dillinger Hütte. Foto: Landkreis Saarlouis/Katharina Lauer/Katharina Lauer
Die Gäste aus Polen waren beeindruckt von dem weltgeschichtlich bekannten Schengen und nahmen natürlich ein Gruppenfoto vor dem Europadenkmal an der Mosel mit. Foto: Foto: Landkreis Saarlouis/Julia Brill/Julia Brill

Auch wenn der Besuch nur drei Tage dauerte, es schaffe „mehr Dynamik und engere Kontakte“. Positiv wertete Landrat Lauer, dass Korta für die Kontakte zu Saarlouis auf der bisherigen Mannschaft aufbaue. Das erhalte die Kontinuität. „Ich werde in diesem Jahr auf jeden Fall auch meinen Antrittsbesuch machen“, versprach er.