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Original-Fahnen der 30er wiedergefunden

Saarlouis/Rastatt. Fast auf den Tag genau 200 Jahre nach Gründung des Infanterie-Regiments Nr. 30, „Graf Werder“ als Teil des preußischen Militärs sind drei originale Truppenfahnen wiederentdeckt worden. Die „Dreißiger“ waren zwischen 1876 und 1918 das Hausregiment der Garnisonsstadt Saarlouis. Johannes Werres

Seit 1945 galten die Fahnen des "Infanterie-Regiments "Graf Werder" Nr. 30 als verschollen. Vor ein paar Tagen hat sie Dr. Frank Morgenthal zusammen mit einigen Mitgliedern des Traditionsvereins "Die Dreißiger" wiedergefunden: Leuchtendes Dunkelblau, mit originalen Farbbändern versehen, in altersgemäßem, guten Zustand, lagen sie im Magazin des Wehrgeschichtlichen Museums (WGM) im badischen Rastatt . Das WGM war im Besitz der Bundeswehr und wurde 1995 privatisiert.

Morgenthal kam über eine alte Inventarliste auf Rastatt ; die Liste hatte er aus dem Deutschen Historischen Museum. Der Leiter des WGM, Dr. Alexander Jordan, schaute auf Morgenthals Anruf hin nach und bestätigte: Ja, im Depot haben wir drei Fahnen, die wohl den 30ern gehörten.

Und nun kam die Bestätigung. Morgenthal und seine Vereinsfreunde schauten sich die nach vielen Jahrzehnten erstmals entrollten Fahnen an und wussten: Das sind die Truppenfahnen aus Saarlouis .

Die "30er" hießen mit vollem Namen ab 1815 zunächst "königlich preußisches Infanterie-Regiment Nr. 30".

Der Infanterie-Verband war erstmals schon 1812 aufgestellt worden: als "russisch-deutsche Legion", gebildet vor allem von Preußen, Bayern und Holländern, unter russischem Kommando, bezahlt von England. Die Truppe kämpfte in den Freiheitskriegen gegen Napoleon . Nach der Niederlage Napoleons wurde die Legion am 26. Februar 1815 dem preußischen Heer eingegliedert. Ab 25. März hieß sie "30. Infanterie-Regiment", ab 1876 "Infanterie-Regiment "Graf Werder" (4. Rheinisches) Nr. 30.

Die preußische Infanterie-Einheit war 1876 nach Saarlouis verlegt worden und blieb hier bis zu ihrer Auflösung nach Ende des Ersten Weltkrieges im April 1919. Der "Dreißiger" waren das Hausregiment in Saarlouis . Ein Denkmal am Kaiser-Friedrich-Ring erinnert an sie, nach ihrem Chef ab 1871, Graf Werder, ist die heutige Bundeswehr-Kaserne benannt.

Die letzten Truppenfahnen hatte Kaiser Wilhelm II. den 30ern im Jahr 1905 verliehen. Morgenthal: "Am 27. August 1905 stiftete Wilhelm II. dem Regiment drei neue Fahnen, sie wurden genau genommen erneuert: für das I., II. und III. Bataillon. Das IV. Halbbataillon hatte seine Fahne schon 1894 bekommen."

Drei dieser Fahnen liegen in Rastatt , eine, die des I. Bataillons, ging offenbar bei Kriegsende 1918 beim Abzug aus dem Hauptquartier Metz verloren. > : weiterer Bericht